Security News #35

Folge 35 von Security News Podcast beleuchtet die langfristigen Kryptografierisiken durch Quantencomputer, den unzureichenden Schutz vieler Unternehmen vor KI-gestützten Angriffen, KI-basierte Betrugsmaschen und die Cybersicherheitslage am Arbeitsplatz. Im Mittelpunkt stehen konkrete Vorsorgemaßnahmen, Awareness und belastbare Sicherheitsprozesse.
Zusammenfassung (TL;DR):

  • Europol warnt vor „Harvest Now, Decrypt Later“ und empfiehlt eine priorisierte, schrittweise Vorbereitung auf Post-Quantum-Kryptografie.
  • Viele Unternehmen haben noch keine KI-spezifischen Abläufe für Sicherheitsvorfälle; besonders KMU sollten ihre Schutzmaßnahmen anpassen.
  • KI-generierte Bilder, Chatbots, Sprachsynthese und Deepfakes erhöhen die Überzeugungskraft digitaler Betrugsmaschen.
  • Verdächtige E-Mails, Nachrichten und Links sind am Arbeitsplatz weit verbreitet; Awareness und praxisnahe Hilfsmittel bleiben zentral.

Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeutet Harvest Now, Decrypt Later?

Angreifer sammeln heute verschlüsselte Daten, um sie später mit leistungsfähigeren Rechenkapazitäten zu entschlüsseln. Gefährdet sind besonders Informationen, die über viele Jahre vertraulich bleiben müssen. Organisationen sollten deshalb kryptografische Abhängigkeiten erfassen und den Umstieg auf Post-Quantum-Lösungen priorisieren.

Wie schützen sich Unternehmen vor KI-Angriffen?

Unternehmen sollten KI-bezogene Vorfälle in ihre Sicherheitsprozesse aufnehmen und dafür spezielle Abläufe festlegen. Sinnvoll sind außerdem konkrete Sofortmaßnahmen, eine flexible Reaktion auf neue Angriffsmethoden und der gezielte Einsatz von KI zur Verbesserung der IT-Sicherheit.

Wie warnt das BKA vor KI-basiertem Betrug?

Das BKA macht mit einer Kampagne auf KI-basierte Betrugsdelikte aufmerksam. Kriminelle nutzen unter anderem KI-generierte Bilder, Fake-Profile, Chatbots, Sprachsynthese und Deepfakes, um Täuschungen überzeugender zu gestalten. Die Kampagne unterstützt die Awareness-Arbeit für diese Risiken.

Wie stärken Beschäftigte die Cybersicherheit?

Beschäftigte sollten verdächtige E-Mails, Nachrichten und Links erkennen und nach den Sicherheitsvorgaben ihrer Organisation behandeln. Regelmäßige Unterweisungen stärken das Bewusstsein für Phishing, Betrug, Identitätsmissbrauch, Ransomware und KI-generierte Täuschungen. Die ENISA stellt dafür unterstützende Instrumente bereit.

Europol: Bericht „Harvest Now, Decrypt Later“ (https://www.europol.europa.eu/cms/sites/default/files/documents/Harvest-now-decrypt-later.pdf)

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Studie „Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit in Unternehmen” (https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/KI/KI-Sicherheitsstudie-2026.pdf?__blob=publicationFile&v=5)

Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS): Handout „Schutz vor KI-verstärkten Cyberangriffen” (https://www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/SharedDocs/Downloads/Webs/ACS/DE/downloads/handout-schutz-vor-ki-verstaerkten-cyberangriffen.pdf?__blob=publicationFile&v=9)

Bundeskriminalamt (BKA): Kampagne zu KI-basierten Betrugsdelikten (https://www.bka.de/DE/Landingpages/LoKI/LoKI_node.html?__site=LPBaukasten)

Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission zum Bewusstsein und zur Vorbereitung der Arbeitnehmer auf Cybersicherheit (https://europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/3681)

 

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Hallo und herzlich willkommen zu Ihrer neuen Folge von Security News Podcast! Schön, dass Sie wieder dabei sind! Diesmal geht es um einen Europol-Bericht zu den Bedrohungen durch Quantencomputer, um den mangelnden Schutz vor KI-Angriffen, eine BKA-Kampagne zu KI-basierten Betrugsfällen und um den Stand der Cybersicherheit an Arbeitsplätzen.
Jetzt reinhören, abonnieren und mit Sicherheit immer gut informiert sein, in weniger als zehn Minuten!
Europol-Bericht „Harvest Now, Decrypt Later“
Los geht es mit dem Bericht der Europäischen Polizeibehörde Europol zu den Sicherheitsherausforderungen durch Quantencomputer. Europol fordert Organisationen auf, sich jetzt vorzubereiten.
Der Bericht mit dem Titel „Harvest Now, Decrypt Later“ untersucht im Detail dieses Risiko: Angreifer sammeln und speichern heute verschlüsselte Informationen mit der Absicht, diese zu entschlüsseln, sobald fortschrittlichere Rechenkapazitäten zur Verfügung stehen.
Dieser Ansatz erfordert keinen Zugriff auf einen Quantencomputer zum Zeitpunkt der Datenerfassung. Er ist besonders relevant für Informationen, die über viele Jahre vertraulich bleiben müssen, darunter Regierungskommunikation, geistiges Eigentum, Krankenakten und Akten von Strafverfolgungsbehörden.
Der Bericht untersucht die Bedingungen, unter denen verschlüsselte Kommunikation und gespeicherte Dateien angreifbar werden können. Er kommt zu dem Schluss, dass das Risiko von den verwendeten Protokollen, Konfigurationen und Schlüsselverwaltungsverfahren abhängt.
Europol empfiehlt, dass Organisationen feststellen, wo Kryptographie eingesetzt wird, bewerten, welche Vermögenswerte und Informationen langfristigen Schutz benötigen, und die Systeme priorisieren, die am stärksten von zukünftigen Quantenangriffen bedroht sind.
Für Organisationen, die sensible Daten verarbeiten, umfassen praktische Maßnahmen die Abschaffung veralteter Sicherheitsprotokolle, die Begrenzung unnötiger Datenspeicherung, die Stärkung flexibler Schlüsselverwaltungsmodelle und die Erprobung von Post-Quantum-Lösungen. Der Übergang sollte phasenweise geplant werden, wobei Systeme, Netzwerke und Informationen entsprechend ihrer Relevanz priorisiert werden und technische Abhängigkeiten sowie die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung essenzieller Dienste berücksichtigt werden müssen, so Europol.
Mein Kommentar: Bedrohungen durch Quantencomputer müssen sehr ernst genommen werden, der Handlungsbedarf ist nicht erst in Zukunft, sondern war eigentlich schon gestern.
Den Link zum Europol-Bericht gibt es in den Shownotes.

Mangelnder Schutz vor KI-Angriffen
Nur wenige Unternehmen in Deutschland haben Schutzmaßnahmen und Prozesse mit Blick auf Cyberangriffe im Zusammenhang mit KI etabliert, so eine Meldung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dabei hat bereits jedes sechste Unternehmen in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten einen Cyberangriff oder Betrugsversuch registriert, bei dem Künstliche Intelligenz eine Rolle gespielt hat oder gespielt haben könnte: Insgesamt 17 Prozent der Unternehmen berichten von bestätigten Vorfällen (4 Prozent), Verdachtsfällen (11 Prozent) oder beidem (2 Prozent). Das zeigt die aktuelle Studie zum Thema „Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit in Unternehmen”, eine gemeinsame Untersuchung des TÜV-Verbands und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Auf KI-gestützte Cyberangriffe sind die meisten Unternehmen unzureichend vorbereitet: Nur 31 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen verwenden KI zur Verbesserung ihrer IT-Sicherheit. Spezielle Abläufe für den Umgang mit KI-bezogenen Sicherheitsvorfällen sind auch unter Unternehmen mit bestehender oder geplanter KI-Nutzung selten: Nur 11 Prozent verfügen über entsprechende Prozesse. 43 Prozent greifen auf ihre allgemeinen IT-Sicherheitsprozesse zurück, haben diese aber bislang nicht um KI-spezifische Regeln ergänzt. Weitere 20 Prozent erarbeiten derzeit entsprechende Abläufe, ein Viertel (25 Prozent) hat bislang keine Regelungen dafür.
Für kleine und mittlere Unternehmen hat die im BSI beheimatete Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS) begleitend zur Studie das Handout „Schutz vor KI-verstärkten Cyberangriffen” mit konkreten Empfehlungen und Sofortmaßnahmen veröffentlicht. Mit dem AI Safety and Security Institute Deutschland (AISI Deutschland) hat die Bundesregierung eine nationale Kompetenz- und Evaluierungsinstitution für leistungsfähige KI-Systeme geschaffen. Dabei bilden das BSI und die Bundesnetzagentur in einer ersten Phase einen „virtuellen“ Nukleus des KI-Sicherheitsinstituts
Mein Kommentar: Schutzmaßnahmen gegen KI-Angriffe sollten auch gerade KMU implementieren, denn sie werden durch diese Attacken nun noch mehr in den Fokus genommen, da die Aufwände für die Angreifer sinken.
Den Link zu Studie und Handout gibt es in den Shownotes.

KI-basierte Betrugsdelikte
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat eine Kampagne zu KI-basierten Betrugsdelikten gestartet, denn Kriminelle nutzen modernste KI und Deepfakes, um uns täuschend echt zu manipulieren. Ob gefälschte Promi-Empfehlungen für bestimmte Aktien oder Videoanrufe mit der angeblichen Internetbekanntschaft: Die Grenze zwischen Wahrheit und Betrug verschwimmt in Sekunden.
Künstliche Intelligenz (KI) hat die Art und Weise, wie Betrug im Internet und über soziale Netzwerke stattfindet, erheblich verändert. Insbesondere beim Romance Scam oder Cybertrading-Betrug nutzen Kriminelle KI, um ihre Angriffe zu automatisieren, zu personalisieren und zu verfeinern.
Durch den Einsatz von KI-generierten Bildern auf Fake-Profilen, Chatbots und Sprachsynthese können Kriminelle ihre Opfer überzeugender täuschen und ihre Chancen auf Erfolg erhöhen. Solche Deepfakes sind zunehmend schwerer von realen Inhalten zu unterscheiden.
Mein Kommentar: Die neue BKA-Kampagne eignet sich gut für die Awareness-Arbeit, um für die Risiken durch Deepfakes zu sensibilisieren.
Den Link zur Kampagne gibt es in den Shownotes.

Cybersicherheit am Arbeitsplatz
Zur nächsten Meldung: Mit der Digitalisierung des Arbeitsplatzes müssen Organisationen und ihre Mitarbeiter die digitalen Risiken erkennen und bewältigen, so die EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA.
Die Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission zum Bewusstsein und zur Vorbereitung der Arbeitnehmer auf Cybersicherheit liefert einige Antworten zum Ausmaß der Gefährdung durch Cybersicherheitsrisiken am Arbeitsplatz und untersucht die Praktiken der Arbeitnehmer in der gesamten EU.
Cybersicherheitsbedrohungen am Arbeitsplatz sind weit verbreitet. In den sechs Monaten vor der Umfrage gaben drei Viertel der Beschäftigten an, im Arbeitsumfeld verdächtigen E-Mails, Nachrichten oder Links ausgesetzt gewesen zu sein. Die EU-Barometer-Umfrage untersuchte, wie Beschäftigte Cyberrisiken wahrnehmen und wie gut sie sich der Bedrohungen wie Phishing, Betrug, Identitätsmissbrauch, Ransomware und KI-generierter Betrug bewusst sind.
ENISA engagiert sich in der Kompetenzentwicklung und stellt Instrumente zur Verfügung, um sowohl Organisationen als auch Einzelpersonen bei ihren Bemühungen zur Stärkung ihrer Cybersicherheitsresilienz zu unterstützen.
Mein Kommentar: Die ENISA-Toolbox ist eine wertvolle Hilfe bei Unterweisungen am Arbeitsplatz.
Den Link zur Umfrage gibt es in den Shownotes.

– Diese Folge wird Ihnen präsentiert von Marktplatz IT-Sicherheit und Sia IT-Sicherheitsassistent
Die Fülle an Fachbegriffen, gesetzlichen Vorgaben und IT-Sicherheitslösungen macht es vielen Unternehmen schwer, schnell die richtige Information zu finden.
Sia, der vertrauenswürdige KI-basierte Assistent im Mittelpunkt des Marktplatz IT-Sicherheit, ist Ihr Kompass durch das Labyrinth der IT-Sicherheit: Sia liefert verständliche, quellenbasierte und verlässliche Antworten und führt Sie zu passenden IT-Sicherheitsmaßnahmen und Anbietern.

Sie finden den Link zu diesem Angebot von Marktplatz IT-Sicherheit sowie alle anderen Links zu dieser Folge in den Show-Notes zu diesem Podcast.
Das war es für heute.
Ich freue mich, wenn wir uns bald wieder hören und auf wichtigen Events sehen, besuchen Sie den Marktplatz IT-Sicherheit und abonnieren Sie diesen Podcast und die anderen Formate auf dem Marktplatz IT-Sicherheit! Hier werden Sie mit Sicherheit gut informiert! Das war Oliver Schonschek, der News-Analyst vom Marktplatz IT-Sicherheit

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Autor

  • Oliver Schonschek - News-Analyst

    News-Analyst und Projektleiter Forschungsbereich "IT-Sicherheit für KMU" beim if(is), Host bei Marktplatz-IT-Sicherheit bei den Formaten "5 Minuten IT-Sicherheit", "Drehpunkt IT-Sicherheit" und "Security News Podcast"

    Oliver Schonschek ist News Analyst, Podcast-Host, Anchor und Moderator, der sich auf Sicherheit, Datenschutz und Compliance spezialisiert hat. Er schreibt für führende Medien, ist Herausgeber und Autor mehrerer Lehrbücher und wurde mehrfach als einer der „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Privacy“, „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Security“, „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Cybersecurity“ sowie als Influencer und Media Leader für Technologien wie Blockchain, AI, VR / AR und Mobile Computing ausgezeichnet.

Über diesen Podcast

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