Security News #32

Folge 32 des Security News Podcast behandelt aktuelle Cybersecurity-Themen: Ausländische Geheimdienste greifen deutsche Unternehmen laut Bitkom häufiger an, während Angriffe zugleich schwerer eindeutig zu erkennen sind. Außerdem geht es um einen internationalen Ermittlungserfolg nach millionenschwerem Online-Banking-Betrug, die wachsende Bedeutung von Transparenz bei Social Bots, neue KI-bezogene Cloud-Bedrohungen laut Cloud Security Alliance sowie das LSI-Panorama 2026 zur IT-Sicherheit in Bayern. Ein wiederkehrender Schwerpunkt ist die Notwendigkeit besserer Erkennung, schneller Schwachstellenbehebung und stärkerer Sicherheitsresilienz.

Zusammenfassung (TL;DR):

  • Ausländische Geheimdienste greifen deutsche Unternehmen laut Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2026“ so häufig an wie nie zuvor.
  • Ermittlungserfolg: Drei Tatverdächtige nach Millionenschaden durch Computerbetrug im Online-Banking identifiziert.
  • BSI fordert mehr Transparenz beim Einsatz von Social Bots für Phishing und Desinformation.
  • Cloud Security Alliance warnt: KI verändert sowohl Angriffsmethoden als auch die Bedrohungslage für Cloud-Systeme.
  • Bayerisches LSI veröffentlicht neuen Lagebericht „LSI-Panorama 2026“ zur IT-Sicherheit im Freistaat.

 

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Angriffe auf deutsche Firmen kommen von Geheimdiensten?

37 Prozent der von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffenen Unternehmen konnten laut der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2026“ mindestens einen Angriff einem ausländischen Nachrichtendienst zuordnen. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 28 Prozent, 2023 erst bei 7 Prozent. Insgesamt waren zuletzt 96 Prozent aller Unternehmen von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuten dies.

Wie kam es zum Millionenschaden im Online-Banking?

Tatverdächtige nutzten im November 2023 eine durch ein fehlerhaftes Softwareupdate entstandene Schwachstelle bei einem Zahlungsdienstleister aus. Innerhalb eines Zeitfensters von nur vier Tagen führten sie zahlreiche nicht autorisierte Abbuchungen von Konten deutscher Online-Banking-Nutzer durch. Der Schaden liegt im Millionenbereich; drei Tatverdächtige wurden inzwischen identifiziert und werden in Spanien und Bulgarien strafrechtlich verfolgt.

Welche Transparenzpflichten gelten für Social Bots?

Der europäische AI Act schreibt vor, dass automatisierte Kommunikation gegenüber natürlichen Personen als solche gekennzeichnet werden muss. Zusätzlich verpflichtet der Digital Services Act (DSA) sehr große Plattformen, systemische Risiken zu prüfen und dagegen vorzugehen. Laut BSI wenden Plattformen diese Vorgaben und ihre eigenen Nutzungsbedingungen bisher aber nicht konsequent genug an.

Wie verändert KI laut CSA die Bedrohungen in der Cloud?

Der Cloud Security Alliance zufolge treten klassische Sorgen rund um Cloud-Infrastruktur und -Anbieter zunehmend hinter die Sorge um den wachsenden Einfluss von KI auf Angriffs- und Verteidigungsmethoden zurück. Im aktuellen Bericht „Top Threats to Cloud Computing 2026“ kommen deshalb zwei neue Themen hinzu: KI-gestützte Angriffe und die Kompromittierung von KI-Systemen selbst. Damit wird KI sowohl als Werkzeug für Angreifer als auch als eigenständiges Angriffsziel betrachtet.

Bitkom und Bundesamt für Verfassungsschutz: „Wirtschaftsschutz 2026“ (https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-08/bitkom-praesentation-wirtschaftsschutz-2026.pdf)

 

Bundeskriminalamt: Internationale Ermittlungserfolge nach Millionenschaden durch Computerbetrug (https://www.bka.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Presse_2026/pm260814_Ermittlungserfolge_Computerbetrug.pdf?__blob=publicationFile&v=4)

 

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Social Bots: Digitale Kommunikation braucht mehr Transparenz (https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Alle-Meldungen-News/Blog/Social-Bots_260827.html)

 

Cloud Security Alliance (CSA): Cloud Security Alliance 2026 Top Threats Report (https://cloudsecurityalliance.org/artifacts/top-threats-to-cloud-computing-2026)

 

Bayerisches Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI): LSI-Panorama 2026 (https://www.lsi.bayern.de/mam/aktuelles/lsi-panorama_2026.pdf)

 

Diese Folge wird Ihnen präsentiert von Marktplatz IT-Sicherheit und dem Angebot Sicherheitsrelevante Informationsquellen

Informationen zur aktuellen IT-Sicherheitslage

Diese Seite des Marktplatz IT-Sicherheit bündelt ausgewählte, öffentlich zugängliche Informationsquellen zur aktuellen IT-Sicherheitslage. Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über strategische Lagebilder, aktuelle Warnmeldungen, technische Hinweise sowie Studien und internationale Perspektiven zu bieten.

Die Inhalte richten sich an unterschiedliche Zielgruppen – von technisch orientierten Anwenderinnen und Anwendern bis hin zu Personen mit strategischem oder organisatorischem Fokus. Zur Unterstützung der Orientierung stehen sowohl vorgefertigte Zusammenstellungen als auch Filter- und Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung.

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Hallo und herzlich willkommen zu Ihrer neuen Folge von Security News Podcast! Schön, dass Sie dabei sind! Wir haben wieder die spannendsten Meldungen aus der Cybersicherheit für Sie ausgewählt: Es geht um Angriffe auf die deutsche Wirtschaft, Ermittlungserfolge nach Millionenschaden durch Computerbetrug, Social Bots (https://norbert-pohlmann.com/glossar-cyber-sicherheit/botnet-botnetz/), Künstliche Intelligenz (https://norbert-pohlmann.com/glossar-cyber-sicherheit/kuenstliche-intelligenz/) als Angriffswerkzeug und neue Lageberichte.

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Vorstellung der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2026“

Beginnen wir mit der neuen Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2026“: Ausländische Geheimdienste nehmen demnach deutsche Unternehmen immer stärker ins Visier. 37 Prozent der von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffenen Unternehmen konnten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Angriff einem fremden Nachrichtendienst zuordnen, vor einem Jahr waren es noch 28 Prozent und 2023 sogar erst 7 Prozent. Insgesamt waren zuletzt 96 Prozent aller Unternehmen von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuten es. Im Vorjahr lag der Wert mit 97 Prozent etwa auf demselben hohen Niveau.

Allerdings können immer weniger Unternehmen sicher sagen, ob ein solcher Angriff tatsächlich stattgefunden hat. Nur noch 67 Prozent der Unternehmen konnten einen erfolgreichen Angriff mit Sicherheit feststellen, vor einem Jahr waren es hingegen 87 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die einen Angriff vermuten, aber nicht sicher belegen können, von 10 auf 29 Prozent gestiegen.

Mein Kommentar: Das Erkennen von Angriffen wird offensichtlich immer schwieriger, die Fähigkeiten im Bereich Detection müssen ausgebaut werden.

Den Link zur neuen Studie gibt es in den Shownotes.

 

Internationale Ermittlungserfolge nach Millionenschaden durch Computerbetrug

Nun geht es um einen neuen Ermittlungserfolg: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) haben in einem 2023 eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Computerbetruges im Online-Banking nun drei Tatverdächtige in Europa identifiziert. Sie werden in Spanien und Bulgarien durch die dortigen Strafverfolgungsbehörden zur Verantwortung gezogen.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im November 2023 durch das Ausnutzen einer Schwachstelle bei einem Zahlungsdienstleister innerhalb weniger Tage eine Vielzahl nicht autorisierter Abbuchungen von den Konten deutscher Online-Banking-Nutzer ausgeführt zu haben. Das Ausmaß des Schadens liegt im Millionenbereich.

Im Mittelpunkt der aufwendigen mehrjährigen Ermittlungen standen zunächst die technischen Abläufe hinter den Buchungsvorgängen und Finanztransaktionen. Nach bisherigen Erkenntnissen haben die international organisierten Täter eine durch ein fehlerhaftes Softwareupdate entstandene Schwachstelle im Buchungsprozess unmittelbar ausgenutzt. Diese ermöglichte in einem Zeitfenster von nur vier Tagen zahlreiche unbefugte Abbuchungen.

Mein Kommentar: Ein deutliches Beispiel dafür, wie wichtig das umgehende Schließen von Schwachstellen ist.

Sie finden den Link zur ausführlichen Meldung in den Shownotes.

 

Digitale Kommunikation braucht mehr Transparenz

Zur nächsten Meldung: Neben Desinformation werden Social Bots für Phishing-Angriffe und Betrugsversuche verwendet, berichtet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Der Einsatz von künstlicher Intelligenz erhöht die Glaubwürdigkeit. Eigentlich gibt es schon rechtliche Vorgaben, die die Risiken eindämmen sollen. Doch bisher wenden Plattformen die Standards nach dem Digital Services Act (DSA) und die eigenen Nutzungsbedingungen nicht konsequent genug an.

Das BSI macht klar: Wir brauchen in Deutschland und Europa Transparenz zum Einsatz von automatisierter Kommunikation. Nur so können soziale Netzwerke und andere digitale Plattformen Orte echter menschlicher Kommunikation bleiben. Der europäische AI Act schreibt Transparenz gegenüber natürlichen Personen vor. Doch diese Pflicht gilt bei bestimmungsgemäßer Nutzung. Wer täuschen will, wird versuchen, die Kennzeichnung gezielt zu umgehen.

Im Digital Services Act (DSA) hat die Europäische Union weitere wichtige Transparenz- und Sorgfaltspflichten für Plattformen geschaffen. Der DSA verpflichtet sehr große Plattformen, ihre Angebote auf sogenannte „systemische Risiken“ hin zu prüfen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Tatsächlich verbieten die meisten Plattformen in ihren Nutzungsbedingungen schon heute unauthentische Konten. Zudem haben sich viele Plattformen in einem gemeinsamen europäischen Verhaltenskodex verpflichtet, gegen Desinformation und manipulative Bot-Aktivitäten vorzugehen.

Anbieter von digitalen Diensten sind durch den Digital Services Act (DSA) zudem verpflichtet, diese Regeln sorgfältig, objektiv und verhältnismäßig anzuwenden. Sie müssen dabei die Rechte und Interessen aller Beteiligten und die Grundrechte der Nutzer berücksichtigen, so das BSI.

Mein Kommentar: Kennzeichungspflichten sind wichtig, werden aber nicht reichen. Kriminelle Bots müssen besser erkannt werden, auch hier muss die Detection besser werden.

Den Link zu dieser Meldung gibt es in den Shownotes.

 

Bericht der Cloud Security Alliance über die größten Bedrohungen 2026

Sicherheitsexperten sind laut dem Bericht „Top Threats to Cloud Computing Survey Report 2026“ zunehmend besorgt über die Auswirkungen von KI auf die Cloud-Sicherheit. Die neueste Ausgabe der Reihe „Top Threats to Cloud Computing“ der Cloud Security Alliance (CSA) zeigt, dass traditionelle Bedenken hinsichtlich Cloud-Infrastruktur und Cloud-Service-Anbietern zunehmend von der Sorge um den wachsenden Einfluss von KI auf Angriffsmethoden und Verteidigungsstrategien abgelöst werden.

Die Aufnahme zweier neuer KI-bezogener Themen – KI-gestützte Angriffe, die den Einsatz von KI zur Verbesserung oder Automatisierung von Angriffen untersucht, und die Kompromittierung von KI-Systemen, die KI-Systeme als potenziell kompromittierbare, manipulierbare oder missbrauchbare Ressourcen behandelt – unterstreicht diese Problematik. Gemeinsam verdeutlichen sie die sich wandelnde Rolle der KI in der Bedrohungsanalyse – sowohl als Waffe für Angreifer als auch als Zielscheibe für Gegner.

Mein Kommentar: Gerade der Schutz von KI muss stärker in den Fokus, nur dann kann KI der Cybersicherheit wirklich helfen.

Sie finden einen Link zu dem Bericht in den Shownotes.

 

LSI-Panorama 2026

Kommen wir jetzt zu dem neuen Lagebericht über Bayerns digitale Sicherheit: Mit dem LSI-Panorama 2026 informiert das Bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) zu aktuellen Themen im Magazinformat. Die Publikation bündelt zentrale Entwicklungen der IT-Sicherheit in Bayern und zeigt, wie Staat, Kommunen und Forschung gemeinsam auf wachsende Cyberbedrohungen reagieren.

Im Fokus stehen der Ausbau resilienter IT-Strukturen, neue Forschungskooperationen des LSI sowie die Weiterentwicklung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Verwaltung und kritische Infrastrukturen. Beispiele reichen von gemeinsamen Cyberübungen mit Forschungspartnern über den Einsatz moderner Forensik- und KI-Ansätze bis hin zu erweiterten Sicherheitsmaßnahmen für Kommunen und Energieinfrastrukturen.

Das Panorama verdeutlicht zugleich die Bedeutung enger Zusammenarbeit auf Landes-, Bundes- und Forschungsebene. Cybersicherheit wird dabei als kontinuierlicher Prozess verstanden, der technologische Innovation, praxisnahe Ausbildung und strategische Kooperation verbindet.

Mein Kommentar: Auch für Hörerinnen und Hörer außerhalb Bayern eine spannende Lektüre.

Sie finden den Link zum Lagebericht in den Shownotes.

 

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Die Inhalte richten sich an unterschiedliche Zielgruppen – von technisch orientierten Anwenderinnen und Anwendern bis hin zu Personen mit strategischem oder organisatorischem Fokus. Zur Unterstützung der Orientierung stehen sowohl vorgefertigte Zusammenstellungen als auch Filter- und Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung.

 

Sie finden den Link zu diesem Angebot von Marktplatz IT-Sicherheit sowie alle anderen Links zu dieser Folge in den Show-Notes zu diesem Podcast.

Das war es für heute.

Ich freue mich, wenn wir uns bald wieder hören und auf wichtigen Events sehen, besuchen Sie den Marktplatz IT-Sicherheit und abonnieren Sie diesen Podcast und die anderen Formate auf dem Marktplatz IT-Sicherheit! Hier werden Sie mit Sicherheit gut informiert! Das war Oliver Schonschek, der News-Analyst vom Marktplatz IT-Sicherheit

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Autor

  • Oliver Schonschek - News-Analyst

    News-Analyst und Projektleiter Forschungsbereich "IT-Sicherheit für KMU" beim if(is), Host bei Marktplatz-IT-Sicherheit bei den Formaten "5 Minuten IT-Sicherheit", "Drehpunkt IT-Sicherheit" und "Security News Podcast"

    Oliver Schonschek ist News Analyst, Podcast-Host, Anchor und Moderator, der sich auf Sicherheit, Datenschutz und Compliance spezialisiert hat. Er schreibt für führende Medien, ist Herausgeber und Autor mehrerer Lehrbücher und wurde mehrfach als einer der „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Privacy“, „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Security“, „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Cybersecurity“ sowie als Influencer und Media Leader für Technologien wie Blockchain, AI, VR / AR und Mobile Computing ausgezeichnet.

Über diesen Podcast

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