Martin Mangold ist als Senior Vice President Platform & Operations für das weltweite Cloud-Business der DriveLock SE verantwortlich.
Hierzu gehört neben dem Betrieb der Cloud-Services auf Basis von Microsoft Azure die Produkt-Strategie und das Go-to-Market der Cloud Services. Dabei ist das Cloud-Business der primäre Innovationstreiber für die Produkt-Strategie von DriveLock SE. Zu seinem Aufgabenspektrum gehören der RZ-Betrieb, die technische Unterstützung von Sales, die Beratung und Supervision von Produkt-Management und Entwicklung der DriveLock SE.
Der Diplom-Informatiker verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Beratung und Implementierung von Lösungen im Bereich von Client- und Service Management im In- und Ausland. Dabei lag der Schwerpunkt seit 2011 auf der Bereitstellung von Cloud-basierten Service Management Lösungen.
Schonschek: 5 Minuten IT-Sicherheit trifft DriveLock hier auf der it-sa 2026 in Nürnberg, und ich spreche mit Martin Mangold. Ich freue mich sehr, Martin, dass wir uns hier treffen, denn ihr habt wieder jede Menge neuer Themen im Gepäck, und das muss ich sagen bei dem Plattformansatz, den ihr bietet. Ihr habt ja sowieso eine sehr breite Funktionalität, die ihr in euch vereint. Und jetzt habe ich gesehen, es geht bis hin zur Kontrolle der agentischen KI. Vielleicht können wir da ein bisschen nachhaken: Was bedeutet das, was ist da jetzt hinzugekommen?
Mangold: Ja, das Spannende an dem ganzen KI-Thema, beziehungsweise Agentic AI, ist ja, dass wir quasi auf dem Endgerät, wo wir mit unseren Schutzfunktionen zu Hause sind, einen neuen Akteur haben. Bisher ging es immer um Geräte, um Applikationen, um den User, aber jetzt haben wir durch die KI plötzlich autonom agierende Agenten, die sozusagen ein Eigenleben haben, die Berechtigungen haben und die Aktionen sehr schnell ausführen. Das ist die große Herausforderung, vor allen Dingen auch, weil es nicht das Spannende ist, eine bestimmte Einzelaktion zu kontrollieren, sondern diese ganze Aktionskette, die dieser KI-Agent am Ende des Tages ausführt. Denn in dem Moment, wo er Daten irgendwo in die Cloud schickt, wo sie bearbeitet, analysiert werden und so weiter, sind die Daten erst mal weg. Ich kann diesen Vorgang nicht mehr rückgängig machen. Deswegen ist unser Ansatz, wie auch in den anderen Bereichen, dieser proaktive, weil reaktiv nicht mehr funktioniert, dann ist es schon passiert. Es geht im Wesentlichen darum, die KI-Agenten überhaupt erst mal zu identifizieren und dann in dem, was sie tun, zu kontrollieren. Zum Beispiel CL und wie sie alle heißen: Die installieren im Zweifelsfall Funktionen und Software nach, führen Code aus und so weiter. Da kommen wir mit unserer Application Control beziehungsweise der Application Behavior Control im Prinzip zum Zuge. Wir verbieten die KI gar nicht, weil Digitalisierung KI heute braucht, sondern es geht darum, wie ich die KI vernünftig kontrolliere beziehungsweise in gewisse Regeln banne.
Schonschek: Und kann man sich das so vorstellen: Du hast jetzt Funktionen genannt wie Application Control, die ihr in der Plattform schon länger drin habt. Wenn ich jetzt das Thema agentische KI mit aufnehme, kann ich auf dem aufbauen, was da ist, und erweitere es um den Aspekt, dass da eben ein neuer Akteur ist?
Mangold: Genau, das ist im Prinzip unser Ansatz. Die erste Denke ist sozusagen, sich bewusst zu machen: Wir haben einen neuen Akteur. Ich muss den auch inventartechnisch erst mal erfassen, damit ich weiß, dass ich da einen Akteur habe. Und das Zweite ist, dass wir jetzt anfangen, unsere Funktionalität im Bereich der Application Control und Application Behavior Control sukzessive in diese Richtung auszubauen. Wir können dort schon viel mit dem, was wir heute haben, aber an gewissen Stellen reicht es einfach nicht. Die KI versucht durchaus, Sicherheitsmechanismen zu umgehen, und da müssen wir entsprechend gegensteuern, sodass wir diesen proaktiven Ansatz, den wir haben, auf den KI-Akteur übertragen.
Schonschek: Könnte man sich dann vorstellen, dass ein KI-Agent außer Rand und Band so etwas ist wie eine Insider-Attacke durch so einen Agenten, weil er ja auch Berechtigungen für seine eigentlichen Aufgaben bekommt, die er vielleicht missbrauchen würde?
Mangold: Absolut richtig. Das Thema Insider ist da genau das richtige Stichwort, weil der KI-Agent in meinem Unternehmen sitzt und in der Regel Zugriff auf die Daten hat. Jetzt geht es darum, diesen Insider darauf zu reduzieren, dass er genau nur noch das machen darf, was ungefährlich ist.
Schonschek: Aber euer Ansatz ist ja ein ganzheitlicher. Was mir immer auch sehr wichtig ist: Man sollte nicht sagen „Mensch, jetzt sind da die KI-Agenten, und jetzt gilt die volle Aufmerksamkeit nur darauf“. Das muss in das bestehende Security-Konzept, in die Orchestrierung aller Security-Funktionen mit hineinkommen. Man darf nicht den Fehler machen und sagen: Hier auf der it-sa sehen wir überall KI-Agenten, jetzt mache ich nur noch dieses Thema. Es muss mit dem anderen zusammenspielen.
Mangold: Genau. Das ist tatsächlich nur ein Aspekt, den wir machen. Wir haben seit dem letzten Mal ganz viel neu am Start. Um kurz bei der KI zu bleiben: Wir haben angefangen, KI in unser eigenes Produkt einzubauen, auf der Reportingseite, bei der Regelstützung Unterstützung, bei der Analyse unserer Datenbestände und so weiter.Die KI hilft jetzt dem Administrator, sehr schnell Fokuspunkte zu finden. Es geht ja heute im Kontext der KI darum, alles zu beschleunigen, und hier haben wir einen sehr großen Hebel. Das Zweite: Du hast die Plattform angesprochen. Wir sind inzwischen sehr stark dazu übergegangen, unsere Plattform zu öffnen. Wir hatten schon immer API-Möglichkeiten, die haben wir massiv ausgebaut. Wir haben inzwischen auch eine Integration Richtung n8n geschaffen. In der n8n-Workflow-Welt gibt es entsprechende Node-Objekte, mit denen der Kunde, der Administrator, sehr leicht von außen auf unsere Lösung zugreifen kann, und zwar nicht nur, um Daten herauszuziehen, sondern auch, um uns von außen zu administrieren. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass teilweise die Partner an unserem Messestand Integrationen in Servicemanagement-Lösungen zeigen, um einen Closed Loop der Administration abzubilden: vom Request über den protokollierten Servicevorfall bis hin zur tatsächlichen Umsetzung über unsere Lösung.
Schonschek: Du hast schon den Messestand erwähnt, und wir sind hier ja direkt auf der it-sa, die in vollen Touren läuft und um uns herum tobt. Das hört man wahrscheinlich auch ein bisschen. Was bietet ihr denn hier am Stand, wenn man in diesen Tagen vorbeikommt? Was kann man erleben, gerade auch mit Blick auf KI-Agenten?
Mangold: Es sind verschiedene Aspekte. Zum einen kann man unser Produkt hier erleben und Sachen direkt ausprobieren. Wir haben aber auch eine ganze Reihe Funktionen am Start, die es in unserem Produkt quasi noch gar nicht gibt. Damit wollen wir den Besuchern zeigen, wo die Reise hingeht und woran wir gerade arbeiten. Zu nennen ist unter anderem ein Browser-Plugin, das uns zum Beispiel hilft, die Nutzung von KI zu kontrollieren, wenn eine KI-Applikation über den Browser verwendet wird, weil das ein schwieriger Ansatz ist. Darüber hinaus kann man unseren KI-Bot hier live erleben und ausprobieren. Wir haben auch eine neue Application Database am Start. Ein ganz klassischer Fall war in diesen Tagen eine aktuelle Schwachstelle, die in aller Munde war. Ich kann dort in der Application Database sehen, welche Versionen betroffen sind, wie viele Exploits es dazu gibt und so weiter. Hier liefern wir künftig Daten für unsere Kunden. Wir haben natürlich auch Live-Hacks am Messestand, bei denen die Kollegen aus der Technik demonstrieren, wie einfach es ist, zum Beispiel über einen Bad USB ein Endgerät zu hacken und wie man sich dagegen schützt, bis hin zu einem Reaktionsspiel, bei dem es um Geschwindigkeit geht. Geschwindigkeit ist wieder der Closed Loop zum Thema KI, weil im KI-Zeitalter alles schnell gehen muss. Von daher viele interessante Sachen, bis hin zu super leckerem Kaffee. Ist alles am Start.
Schonschek: Sehr schön. Ja, herzlichen Dank, Martin. Es lohnt sich wirklich, den Stand zu besuchen, und es gibt sogar Ingwer-Shots, das sei auch verraten. Herzlichen Dank.
DriveLock präsentiert mit HYPERSECURE IT die neue Hochleistungsklasse der IT-Sicherheit. Herkömmliche Security-Lösungen zielen darauf ab, kriminelle Machenschaften innerhalb von IT-Systemen zu bekämpfen. Wir gehen einen eigenen Weg.
Mit der HYPERSECURE Platform sorgen wir dafür, dass es Cyberangriffe erst gar nicht bis in Ihre IT hinein schaffen. Sie bleiben da, wo sie hingehören: außen vor!
Die HYPERSECURE Endpoint Security Platform von DriveLock gleicht einer schlagkräftigen Counter-Force aus spezialisierten Abwehrkräften, die in ihrer jeweiligen Disziplin zu den besten zählen. Sie bietet mehrschichtige Sicherheit, ist Cloud-basiert, sofort verfügbar und wirtschaftlich effizient mit niedrigen Investitions- und Betriebskosten.
News-Analyst und Projektleiter Forschungsbereich "IT-Sicherheit für KMU" beim if(is), Host bei Marktplatz-IT-Sicherheit bei den Formaten "5 Minuten IT-Sicherheit", "Drehpunkt IT-Sicherheit" und "Security News Podcast"
Oliver Schonschek ist News Analyst, Podcast-Host, Anchor und Moderator, der sich auf Sicherheit, Datenschutz und Compliance spezialisiert hat. Er schreibt für führende Medien, ist Herausgeber und Autor mehrerer Lehrbücher und wurde mehrfach als einer der „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Privacy“, „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Security“, „Top 10 Global Thought Leaders and Influencers on Cybersecurity“ sowie als Influencer und Media Leader für Technologien wie Blockchain, AI, VR / AR und Mobile Computing ausgezeichnet.
Martin Mangold: Autor
Der Diplom-Informatiker verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Beratung und Implementierung von Lösungen im Bereich Client- und Service-Management – sowohl im In- als auch im Ausland. Seit 2011 liegt sein fachlicher Schwerpunkt auf der Bereitstellung Cloud-basierter Service-Management-Lösungen.
Senior Vice President
Über diese Episode
In dieser Folge spricht Oliver Schonschek mit Martin Mangold, Senior Vice President Platform & Operations bei DriveLock, über die Kontrolle agentischer KI. KI-Agenten sind ein neuer Akteur auf dem Endgerät: Sie haben Berechtigungen, handeln autonom und führen ganze Aktionsketten in hoher Geschwindigkeit aus. Martin Mangold erklärt, warum DriveLock KI nicht verbieten, sondern kontrollieren will und wie sich der proaktive Ansatz der Plattform auf diesen neuen „Insider“ übertragen lässt.