ISC2 veröffentlicht einen Prüfungsleitfaden für Pilotprüfung der KI-Sicherheitszertifizierung.
Die bevorstehende Pilotprüfungsphase markiert den nächsten Schritt im Prozess zur Etablierung eines globalen Standards für professionelle Stärke im Bereich der KI-Sicherheit.
Zusammenfassung (TL; DR):
- Die Cybersicherheits-Organisation ISC2 hat den offiziellen Prüfungskatalog für die Pilotphase ihrer neuen KI-Sicherheitszertifizierung veröffentlicht.
- ISC2 hat das Programm mit Hilfe von fast 10.000 Freiwilligen entwickelt. Es soll einen globalen Standard für den sicheren Entwurf und Betrieb von KI-Systemen etablieren.
- Die dreistündige Pilotprüfung startet Mitte Dezember für rund 3.000 ausgewählte Fachkräfte, ab 2027 gibt es eine reguläre Zertifizierung.
ISC2 setzt auf eine einheitliche KI-Sicherheitszertifizierung
ISC2, gemeinnützige Mitgliedsorganisation für Cybersicherheitsfachkräfte, hat den Prüfungskatalog für die Pilotprüfung ihrer KI-Sicherheitszertifizierung veröffentlicht. Damit erhalten Cybersicherheitsfachkräfte, Arbeitgeber und die globale Cybersicherheitsgemeinschaft Einblick in die Bereiche und Themen, deren Kenntnisse in der Prüfung zu bewerten sind. Die bevorstehende Pilotprüfung ist der nächste Schritt im standardbasierten Zertifizierungsprozess von ISC2. Er basiert auf der Mitarbeit von fast 10.000 ehrenamtlichen Fachleuten weltweit. Sie haben im Rahmen von Umfragen zur Aufgabenanalyse, bei der Entwicklung von Prüfungsaufgaben und bei der Begutachtung durch Experten mitgewirkt.
„Diesen Punkt erreicht zu haben, ist den außergewöhnlichen Beiträgen der weltweiten ISC2-Gemeinschaft an Freiwilligen sowie den strengen, auf Standards basierenden Maßnahmen zu verdanken. Diese hat man ergriffen, um die benötigten Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten für Cybersicherheitsexperten im Bereich der KI-Sicherheit zu definieren“, sagt Casey Marks, Ph.D., Chief Operating Officer von ISC2. „Die Pilotprüfung liefert entscheidende Anhaltspunkte, ob die Prüfung die Kompetenz im Bereich KI-Sicherheit zuverlässig, fair und nachvollziehbar misst. Das sind allesamt wesentliche Aspekte der Stringenz, die für die Integrität der Zertifizierung sowie für das Vertrauen von Arbeitgebern und Fachkräften in die Bedeutung des erworbenen Zertifikats unerlässlich sind.“
Prüfungskatalog der Pilotprüfung
Gemäß dem Prüfungskatalog der Pilotprüfung prüft man die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kandidaten in Bereichen der beruflichen Praxis, die für die Absicherung KI-gestützter Umgebungen erforderlich sind. Dazu gehören:
- Künstliche Intelligenz (KI): Grundkonzepte und Sicherheitsgrundlagen
- KI-Governance, Ethik, Risiko und Compliance
- KI-Datenmanagement, Datenschutz und Modellsicherheit
- Sichere KI-Architektur, Engineering sowie Identity and Access Management (IAM)
- Sicherer KI-Betrieb und Incident Response (IR)
- KI-Bedrohungen, Tests und Lebenszyklusmanagement
Jeder Bereich umfasst Themen und Unterthemen
Jeder Bereich umfasst Themen und Unterthemen, die den Prüfungsteilnehmern helfen, die KI-Sicherheitskenntnisse zu verstehen. In den vorgeschlagenen Anforderungen an die Berufserfahrung ist Folgendes festgelegt:
- Kandidaten müssen über mindestens vier Jahre kumulierte, bezahlte Vollzeiterfahrung in der Cybersicherheit oder in KI-bezogenen Bereichen verfügen.
- Es müssen zwei Jahre in der Cybersicherheit absolviert worden sein sowie ein Jahr in zwei oder mehr Bereichen des Prüfungskatalogs der KI-Sicherheitszertifizierung.
- Ein aktiver Abschluss als CISSP, ISSAP, ISSEP, ISSMP, CCSP oder CSSLP kann die gesamte Erfahrungsvoraussetzung der KI-Sicherheitszertifizierung ersetzen.
Die KI-Sicherheitszertifizierung richtet sich an Personen, die für die Absicherung des Designs, der Bereitstellung und des Betriebs von KI- und Machine-Learning-Systemen über den gesamten KI-Lebenszyklus hinweg verantwortlich sind. Dazu gehört das Management von Cybersicherheitsrisiken im Zusammenhang mit KI-gestützten Diensten sowie jenseits der technischen Verteidigung auch Governance, Ethik, risikobasierte Leitlinien und die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Die Kandidaten müssen vorab keinerlei ISC2-Zertifizierung besitzen.
Pilotprüfungsphase ab Mitte Dezember
Die Durchführung der Pilotprüfung für die KI-Sicherheitszertifizierung wird noch in diesem Jahr beginnen. Etwa 3.000 qualifizierte Freiwillige werden ausgewählt, um die Prüfung von Mitte Dezember bis Ende Januar abzulegen.
Wenn die Pilotprüfungsphase erfolgreich verläuft, wird die KI-Sicherheitszertifizierung in den regulären Betrieb übergehen und 2027 eingeführt. Kandidaten, welche die Pilotprüfung bestehen, die Erfahrungsvoraussetzungen erfüllen und das Anerkennungsverfahren abschließen, werden die ersten sein, die die neue ISC2-KI-Sicherheitszertifizierung erwerben.
Freiwillige für die Pilotprüfung
Wer sich freiwillig für die Pilotprüfung bewerben möchte, kann sein Interesse bis zum 4. November über das Freiwilligenformular des Programms bekunden. Die Teilnehmer der Pilotprüfung werden auf der Grundlage ihrer relevanten Kenntnisse und Erfahrungen ausgewählt. Die Teilnahme als Freiwilliger an diesem Programm steht der weltweiten Cybersicherheits-Community offen. Auch Nicht-ISC2-Mitglieder mit Erfahrung in der KI-Sicherheit sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.
Häufige Fragen (FAQ)
Die Prüfung deckt sechs Kerndomänen ab, darunter KI-Sicherheitsgrundlagen, Governance und Ethik, Datenschutz, sichere KI-Architektur, Incident Response sowie das Testen von KI-Modellen.
Kandidaten benötigen mindestens vier Jahre bezahlte Vollzeiterfahrung in der IT-Sicherheit oder in KI-Bereichen – wobei bestimmte aktive ISC2-Zertifikate (wie der CISSP) diese Vorgabe komplett ersetzen können.
Rund 3.000 ausgewählte Freiwillige legen von Mitte Dezember 2026 bis Januar 2027 die dreistündige Pilotprüfung ab; verläuft diese erfolgreich, geht die Zertifizierung im Laufe des Jahres 2027 in den regulären Betrieb über.



