Cyber-Angriffe: August-Anstieg um 53 % in Deutschland

Cyber-Angriffe: August-Anstieg um 53 % in Deutschland

53 Prozent mehr Cyber-Angriffe auf deutsche Unternehmen im August, Ransomware nahezu verdoppelt.

Der Monthly Cyber Threat Report für August 2026 zeigt einen Anstieg globaler Angriffe um 22 Prozent. Auch Phishing-Mails und Ransomware-Angriffe nehmen weltweit deutlich zu.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • Im August 2026 stiegen die wöchentlichen Cyber-Angriffe in Deutschland auf durchschnittlich 1834 pro Organisation. Das Bildungswesen blieb die am stärksten betroffene Branche.
  • Weltweit verdoppelten sich die öffentlich gemeldeten Ransomware-Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf 1042 Angriffe, angeführt von der Erpressergruppe „Qilin“.
  • Parallel dazu wuchs die Nutzung generativer KI in Unternehmen auf einen Höchststand von 106 Prompts pro Nutzer. Gleichzeitig sank die Rate riskanter Datenpreisgaben auf ein Mehrmonatstief von 2,3 Prozent.

Check Point Research (CPR), hat seinen Monthly Cyber Threat Report für August 2026 veröffentlicht. Im vergangenen Monat verzeichneten Unternehmen CRPs Analysen zufolge weltweit durchschnittlich 2422 Cyber-Angriffe pro Woche. Dies entspricht einem Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vormonat und von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Monate fort. Seit Mai ist die globale Angriffszahl von 2055 auf 2422 pro Woche gestiegen. Die Sicherheitsforscher schließen daraus, dass diese Entwicklung kein saisonaler Anstieg, sondern ein anhaltender Trend ist.

Anstieg im Dachraum

Im DACH-Raum zeigte sich im August ein deutlicher Anstieg der Angriffszahlen. In Deutschland stiegen die Attacken um 53 Prozent auf 1834 pro Woche, was den stärksten prozentuale Zuwachs im deutschsprachigen Raum darstellt. Österreich verzeichnete mit 2468 Angriffen ein Plus von 41 Prozent, die Schweiz kam auf 1515 Angriffe und ein Plus von 36 Prozent.

Durchschnittliche Anzahl wöchentlicher Cyber-Angriffe pro Organisation nach Ländern und Regionen im August 2026, inklusive Vorjahresvergleich (Grafik: @Check Point)

Patrick Fetter, Lead Sales Engineer & Cyber Security Evangelist bei Check Point, kommentiert die Ergebnisse:

„Die Daten vom August zeigen, dass sich Cyberrisiken gleichzeitig an mehreren Fronten ausweiten. Angesichts zunehmender Angriffe, immer schnellerer Ransomware, Phishing als häufigstem Einfallstor und GenAI können sich Sicherheitsteams nicht mehr auf fragmentierte Abwehrmaßnahmen verlassen. Sie benötigen präventiven Schutz, der Transparenz, Kontrolle und Automatisierung über Netzwerk, Cloud, Endgeräte, E-Mail und KI-Nutzung hinweg vereint. So können sie Bedrohungen stoppen, bevor sie den Betrieb stören oder sensible Informationen offenlegen.“

Lagebericht für Deutschland nach Sektoren

Hierzulande waren die folgenden Sektoren am meisten von Cyber-Angriffen betroffen (Die Pfeile beziehen sich auf die Veränderung des Rankings im Vergleich zum Vormonat Juli 2026):

  1. ↑ Bildung
  2. ↓ Energie & Versorgungsunternehmen
  3. ↔ Hardware & Halbleiter
  4. ↑ Unternehmensdienstleistungen
  5. ↑ Telekommunikation

Cyber-Angriffe nach Regionen und Sektoren (global)

Das Bildungswesen blieb im August 2026 mit durchschnittlich 5354 Angriffen pro Organisation und Woche die weltweit am stärksten betroffene Branche. Es handelt sich um einen Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Regierungssektor folgte mit 3067 Angriffen pro Woche auf Platz zwei.

Neu auf Platz drei rangierte die Branche Hotellerie, Reisen & Freizeit mit 3056 Angriffen pro Woche, ein Plus von 56 Prozent . Damit liegt der Sektor erstmals vor der Telekommunikationsbranche, die zuvor auf diesem Rang stand. Der saisonale Reisesommer dürfte Kriminellen zusätzliche Gelegenheiten für Angriffe auf Buchungssysteme, Kundendaten und Zahlungsverkehr geboten haben.

Cyber-Angriffe: August-Anstieg um 53 % in Deutschland
Durchschnittliche weltweite Anzahl wöchentlicher Cyber-Angriffe nach Sektoren im August 2026 verglichen mit August 2025 (Grafik: @Check Point)

Lateinamerika blieb mit 3577 Angriffen und einem Plus von 25Prozent die weltweit am stärksten betroffene Region. Afrika folgte mit 3335 Angriffen (+ 3 %), dicht gefolgt von der APAC-Region mit 3325 Angriffen (+ 16 %). Europa verzeichnete mit einem Plus von 28 25Prozent  den stärksten prozentualen Zuwachs aller Regionen und erreichte 2155 Angriffe pro Woche. Diese Entwicklung belegt, dass sich der Erwartungsdruck auf Cyber-Kriminelle keineswegs auf traditionelle Hochrisiko-Regionen beschränkt, sondern zunehmend auch etablierte digitale Wirtschaftsräume betrifft. In Nordamerika stiegen die Zahlen um 18 25Prozent  auf 1744 Angriffe.

GenAI-Nutzung wächst, Risiko-Prompts auf niedrigstem Stand

Der Einsatz generativer KI ist im August 2026 fester Bestandteil des Geschäftsalltags geblieben, und zwar mit einer bemerkenswerten Verschiebung im Risikoprofil: Die Rate riskanter GenAI-Prompts fiel auf den niedrigsten Stand seit mehreren Monaten, während die Nutzung selbst weiter deutlich zunahm.

  • Jeder 43. GenAI-Prompt barg im August ein hohes Risiko der Preisgabe sensibler Daten. Das ist der niedrigste Wert seit mehreren Monaten und entspricht einer globalen Expositionsrate von 2,3 25Prozent .
  • Dennoch waren 86 25Prozent der Unternehmen, die regelmäßig GenAI-Tools verwenden, von risikoreichen Prompts betroffen.
  • Die durchschnittliche Nutzung stieg deutlich: Unternehmensnutzer generierten im August durchschnittlich 106 Prompts, nach 95 im Juli und rund 78 % im Juni.
  • Unternehmen setzten im Schnitt sieben verschiedene GenAI-Tools gleichzeitig ein, was eine wachsende Herausforderung für die Data Governance darstellt.
  • Am stärksten betroffen war das Gesundheitswesen mit einer Expositionsrate von vier 25Prozent, gefolgt von Software (3,6 %) und Unternehmensdienstleistungen (3,5 %).

Phishing-Mails nehmen zu, bösartige Links bleiben häufigste Angriffsmethode

E-Mails blieben im August 2026 eines der zuverlässigsten Einfallstore für Cyber-Kriminelle. Jede 112. E-Mail (0,89 %) wurde als Phishing eingestuft, nach jeder 128. E-Mail (0,78 %) im Juli. Unter den Phishing-Mails enthielten 72 25Prozent Links und 14  25Prozent  Anhänge. Bösartige Links bleiben damit die dominierende Angriffsmethode.

Nicht jede Kampagne verließ sich dabei auf klickbare Inhalte: Einige Angreifer setzten auf reines Social Engineering, etwa durch die Aufforderung zu Rückrufen oder direkte Kontaktaufnahme mit den Opfern. Dabei handelt es sich um eine Taktik, die klassische Link- und Anhangfilter gezielt umgeht.

Anteil von Phishing-E-Mails nach Branchen im August 2026 (Grafik: @Check Point)

Nordamerika verzeichnete mit 0,94 Prozent (jede 107. E-Mail) die höchste Phishing-Rate aller Regionen. Nach Branchen waren Verbände und Non-Profit-Organisationen mit 1,87 Prozent  (jede 54. E-Mail) am stärksten betroffen (das ist etwa doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt), gefolgt von Bauwesen & Ingenieurwesen (1,74 %) und Immobilien & Vermietung (1,13 %).

Ransomware-Angriffe  verdoppelt, Unternehmensdienstleistungen weiter im Fokus

Im August 2026 wurden 1042 Ransomware-Angriffe öffentlich gemeldet. Das sind nahezu doppelt so viele wie im August 2025 und acht Prozent mehr als im Juli. Unternehmensdienstleistungen blieben mit 36 Prozent aller Ransomware-Opfer die mit Abstand am stärksten betroffene Branche, gefolgt von industrieller Fertigung (13 %) und Konsumgütern und Dienstleistungen (12 %). Auffällig: Finanzdienstleistungen (8 %) und Gesundheitswesen und Medizin (7 %) folgten mit spürbarem Abstand, deutlich vor Transport & Logistik sowie der IT-Branche (jeweils 4,1 %).

Nordamerika war mit 49 Prozent der gemeldeten Vorfälle weiterhin die am stärksten betroffene Region, gefolgt von Europa (27 %) und der APAC-Region (16 %). Auf Länderebene blieben die USA mit 45 Prozent aller gemeldeten Angriffe das mit Abstand am stärksten betroffene Land. Deutschland und Italien folgten mit jeweils rund fünf Prozent, auch Kanada, Großbritannien und Frankreich zählten zu den am stärksten betroffenen Ländern.

Qilin führt die Ransomware-Landschaft an, Orova steigt neu in die Top 3 auf

Qilin war im August die aktivste Ransomware-Gruppe, verantwortlich für 15 % aller veröffentlichten Angriffe, gefolgt von The Gentlemen mit 10 %. Erstmals schaffte es mit Orova eine neue Gruppe in die Top 3 der aktivsten Akteure, mit einem Anteil von 4 %.

  • Qilin führte mit 15 Prozent der veröffentlichten Angriffe die Rangliste an. Die seit 2022 aktive Ransomware-as-a-Service-Gruppe (RaaS) verfügt über ein etabliertes Partnerprogramm und verzeichnete zuletzt durch verstärkte Rekrutierung neuen Schwung.
  • The Gentlemen kam auf zehn Prozent der Angriffe. Die seit Mitte 2025 aktive RaaS-Gruppe kombiniert Ransomware-Operationen mit dem Verkauf von Zugangsdaten, wodurch Partnerakteure ihre Angriffe schnell skalieren können.
  • Orova stieg mit vier Prozent erstmals in die Top 3 auf. Die im Mai 2026 erstmals öffentlich in Erscheinung getretene Gruppe agiert eher opportun als branchenspezifisch. Betroffen von ihren Angriffen sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen.

Über die Datengrundlage

Die Erkenntnisse stammen aus Check Points KI-Plattform ThreatCloud, die täglich Millionen von Indikatoren für Kompromittierungen (IoCs) analysiert. ThreatCloud wird von über 50 KI-gesteuerten Engines angetrieben und mit Informationen aus mehr als 150 000 Netzwerken und Millionen von Endpunkten gespeist. Damit bietet ThreatCloud einen der umfassendsten Echtzeit-Überblicke der globalen Bedrohungslage, die derzeit verfügbar sind.

 

 

Häufige Fragen (FAQ)

Welche

In Deutschland traf es das Bildungswesen am härtesten, gefolgt von der Energiebranche. Global blieb das Bildungswesen mit 5354 wöchentlichen Angriffen Spitzenreiter, während im Bereich Ransomware vor allem Unternehmensdienstleistungen (36 %) das Hauptziel bildeten; regional verzeichneten Lateinamerika die meisten Angriffe und Europa den stärksten prozentualen Zuwachs (+28 %).

Wie entwickeln sich die klassischen Einfallstore Phishing und Ransomware?

Phishing-Mails nahmen zu, sodass im August bereits jede 112. E-Mail als Phishing eingestuft wurde, wobei bösartige Links mit 72 Prozent die dominierende Methode blieben. Die Zahl der öffentlich gemeldeten Ransomware-Angriffe verdoppelte sich im Vorjahresvergleich fast auf 1042 Vorfälle, wobei die USA und Nordamerika weiterhin die Hauptziele der Erpresser blieben.

Wie verändert sich das Risikoprofil bei der Nutzung generativer KI (GenAI) in Unternehmen?

Obwohl die Nutzung von GenAI-Tools auf durchschnittlich 106 Prompts pro Anwender anstieg und Firmen im Schnitt sieben Tools gleichzeitig nutzen, fiel die Quote riskanter Prompts mit hohem Datenabfluss-Risiko auf ein Mehrmonatstief von 2,3 Prozent. Dennoch waren insgesamt 86 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen im Laufe des Monats von mindestens einem risikoreichen Prompt betroffen.

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