Malware-Erkennungen gehen zurück, während die Aktivität schädlicher URLs im Juni 2026 nachlässt.
Im Juni 2026 zeigte sich eine leichte Entspannung der Bedrohungslage, wie aktuelle Acronis-Zahlen zeigen: Die Malware-Erkennungsrate sank den zweiten Monat in Folge auf 6,0 Prozent. Gleichzeitig ging die normalisierten Anzahl blockierter, schädlicher URLs in den meisten Hauptmärkten im Vergleich zum Mai zurück, auch wenn in einigen Ländern Anstiege zu verzeichnen waren. Etablierte Malware-Familien wie Mirai und AgentTesla sowie Ransomware-Akteure wie The Gentlemen oder Qilin bleiben weiterhin präsent.
Zusammenfassung (TL; DR):
- Laut Acronis sank die Malware-Erkennungsrate im Juni 2026 den zweiten Monat in Folge auf 6,0 Prozent, während die Zahl schädlicher URLs in den meisten Märkten abnahm.
- Trotz dieser Entspannung bleibt die Bedrohungslage durch etablierte Schadsoftware wie Mirai und aktive Ransomware-Gruppen dynamisch.
- Experten empfehlen daher eine mehrschichtige Sicherheitsstrategie mit kontinuierlichem Monitoring und KI-gestützten Schutzmaßnahmen.
Das Acronis Cyberthreats Update stellt monatlich aktuelle Erkenntnisse zur Bedrohungslage und Einschätzungen der Experten der Acronis Threat Research Unit (TRU) zur Verfügung, damit Unternehmen und Privatpersonen sich vor den ständig weiterentwickelnden Sicherheitsherausforderungen schützen können.
Malware-Erkennungen ging auf 6,0 Prozent zurück
Im Juni 2026 gingen die Malware-Erkennungen auf 6,0 Prozent zurück; damit ist der Juni bereits der zweite Monat in Folge mit einem Rückgang. Die normalisierte Anzahl blockierter schädlicher URLs ging im Juni um mehr als 0,5 Prozent zurück, in einzelnen Ländern nahm sie dagegen zu.
Ein Blick auf die am häufigsten erkannten Bedrohungen zeigt jedoch, wie beständig viele Malware-Familien sind: Im Juni zählten erneut Mirai, eine Malware zum Aufbau von IoT-Botnetzen, sowie der Infostealer AgentTesla zu den am häufigsten erkannten Bedrohungen.
Auch bei den Ransomware-Akteuren verschob sich die Bedrohungsdynamik. The Gentlemen führte die Rangliste im Juni mit 91 bekannten Opfern an, gefolgt von Qilin mit 78 Fällen und LockBit 5.0 mit 53 Fällen. Damit verlor Qilin seine Spitzenposition aus dem Mai, als die Gruppe noch für 111 Opfer verantwortlich war. Die Zahlen verdeutlichen: Auch wenn das allgemeine Erkennungsniveau zuletzt leicht zurückging, bleibt die Bedrohungslage dynamisch – und einzelne Akteure können ihre Aktivitäten innerhalb weniger Wochen erheblich ausweiten oder zurückfahren.
Weitere Erkenntnisse
- Im Juni wurden weltweit 705 Datenschutzverletzungen gemeldet.
- In Deutschland ging die normalisierte Erkennungsrate schädlicher URLs von 10,7 Prozent im Mai auf 9,8 Prozent im Juni zurück. Damit lag Deutschland deutlich hinter den Fokusländern mit dem höchsten Aufkommen Kolumbien (12,9 Prozent), Indien (12,8 Prozent) und den USA (12,0 Prozent).
- Die höchsten normalisierten Malware-Erkennungsraten entfielen auf Palästina (42,6 Prozent), Vietnam (32,1 Prozent) und den Irak (31,4 Prozent). Während die Raten in Palästina und Vietnam leicht sanken, stiegen sie im Irak um vier Prozentpunkte an.
„Die Statistiken zeigen, dass sich die Bedrohungslage nicht einfach linear verschärft oder entspannt, sondern fortlaufend verändert. Für Unternehmen ist deshalb weniger ein einzelner Monatswert entscheidend als die Fähigkeit, neue Angriffsmuster frühzeitig zu erkennen und Schutzmaßnahmen flexibel anzupassen. Wer auf eine mehrschichtige Sicherheitsstrategie, kontinuierliches Monitoring und schnelle Reaktionsprozesse setzt, kann Risiken deutlich besser beherrschen“, fasst Markus Fritz, General Manager DACH bei Acronis, zusammen.
Tipps zum Schutz vor aktuellen Bedrohungen
- Starke, einzigartige Passwörter zusammen mit einem Passwortmanager verwenden.
- Einen verschlüsselten Cloud-Storage für vertrauliche Dateien nutzen.
- Automatisierte Wiederherstellung von verschlüsselten oder manipulierten Dateien einführen.
- Advanced Email Security und URL-Filterung nutzen, die zusätzlichen Schutz vor Bedrohungen wie Phishing und anderen Social-Engineering-Techniken bieten.
- Patch-Management nutzen, um Software stets auf dem neuesten Stand zu halten.
- Signierte Installationsdateien nicht nur auf ihre Signatur, sondern auch auf enthaltene Konfigurationsdaten prüfen.
- Fernzugriffssoftware kritisch überprüfen und ihre Nutzung auf das notwendige Maß beschränken.
- Eine robuste Sicherheitslösung nutzen, die einen umfassenden Schutz durch verhaltens-, KI- und ML-basierte Erkennungen sowie Antiransomware-Heuristiken bietet.



