Startseite » Ratgeber » Interaktive Listen » Backups » Planung und Vorbereitung von Backups: Der Weg zur effizienten Datensicherung
Planung und Vorbereitung von Backups: Der Weg zur effizienten Datensicherung
Die Bedeutung der Planung vor der technischen Umsetzung von Backups
Bevor eine Backup-Lösung eingeführt wird, sollte zunächst eine genaue Planung erfolgen. Es reicht nicht aus, einfach eine Software zu kaufen oder die passende Hardware einzurichten. Zuerst muss klar sein, welche Daten gesichert werden müssen, warum diese Daten wichtig sind und wie die Sicherung konkret umgesetzt werden soll. Nur auf dieser Grundlage lässt sich eine zuverlässige Backup-Strategie entwickeln.
Gerade in Unternehmen ist die Datensicherung nicht nur eine technische Aufgabe. Auch organisatorische Fragen spielen eine wichtige Rolle. Eine gute Vorbereitung ist deshalb besonders wichtig und kann im Notfall darüber entscheiden, ob die benötigten Daten schnell wieder zur Verfügung stehen.
Bedarfsanalyse von Backups: Was muss gesichert werden?
Am Anfang steht die Frage, welche Daten und Systeme überhaupt gesichert werden müssen. Dafür sollten unter anderem folgende Punkte geklärt werden:
- Welche Daten sind für den Betrieb besonders wichtig?
- Wo befinden sich diese Daten – auf lokalen Rechnern, zentralen Servern, in Cloud-Umgebungen oder auf mobilen Geräten?
- Welche IT-Systeme müssen im Falle eines Ausfalls besonders schnell wiederhergestellt werden?
- Wie lange kann ein Ausfall höchstens dauern, bevor wichtige geschäftliche Abläufe beeinträchtigt werden?
Anhand dieser Fragen lassen sich Prioritäten festlegen. Denn nicht alle Daten sind gleich wichtig und müssen deshalb auch nicht in demselben Umfang gesichert werden. Bei manchen Daten ist ein tägliches Backup sinnvoll, während bei anderen eine wöchentliche oder gelegentliche Sicherung ausreicht.
Definition von Backup-Zielen: RPO und RTO
Nach der Bedarfsanalyse können die konkreten Ziele für die Backup-Strategie festgelegt werden. Dabei spielen vor allem das Recovery Point Objective (RPO) und das Recovery Time Objective (RTO) eine wichtige Rolle.
Das RPO beschreibt, wie aktuell die Daten nach einem Datenverlust sein müssen und wie viel Datenverlust im schlimmsten Fall akzeptiert werden kann. Das RTO legt dagegen fest, wie schnell ein IT-System nach einem Ausfall wieder funktionieren muss.
Beide Werte helfen dabei, die Anforderungen an die Backup-Infrastruktur festzulegen und geeignete Technologien auszuwählen. Ein Unternehmen mit vielen Transaktionen und einer geringen Ausfalltoleranz hat dabei andere Anforderungen als eine kleinere Organisation, bei der weniger kritische Daten verarbeitet werden.
Auswahl der Speicherorte und die 3-2-1-Regel
Auch die Frage, wo Backups gespeichert werden, sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Eine lokale Speicherung ist beispielsweise auf Netzlaufwerken oder externen Medien möglich. Daneben können Backups auch extern gespeichert werden, etwa in Cloud-Diensten oder geografisch getrennten Rechenzentren.
In der Praxis bietet sich häufig eine Kombination aus beiden Möglichkeiten an. Lokale Backups können eine schnelle Wiederherstellung ermöglichen. Externe Sicherungen bieten dagegen Schutz, wenn der gesamte Standort ausfällt.
Als Orientierung kann dabei die 3-2-1-Regel dienen. Sie sieht mindestens drei Kopien der Daten auf zwei unterschiedlichen Medien vor. Eine dieser Kopien sollte sich an einem externen Ort befinden.
Verantwortung und organisatorische Maßnahmen bei Backups
Bei der Planung einer Datensicherung geht es nicht nur um die technische Umsetzung. Ebenso wichtig ist es, die Verantwortlichkeiten klar festzulegen. Dazu gehören beispielsweise folgende Fragen:
- Wer überwacht die Backup-Abläufe?
- Wer führt Updates an der Backup-Software durch?
- Wer testet, ob die Daten wiederhergestellt werden können?
Vor allem in größeren Organisationen sollten diese Aufgaben eindeutig verteilt und dokumentiert werden. Auch die Mitarbeitenden müssen für den richtigen Umgang mit der Datensicherung sensibilisiert werden. Dazu gehören beispielsweise der Umgang mit sensiblen Daten, die Nutzung mobiler Geräte und die Ablage von Daten in den vorgesehenen Backup-Verzeichnissen.
Nur wenn allen Beteiligten klar ist, welche Aufgaben sie übernehmen, kann die Backup-Strategie auch im normalen Arbeitsalltag zuverlässig funktionieren.
Dokumentation als Schlüssel zum Erfolg von Backups
Eine gute Dokumentation gehört ebenfalls zu einer zuverlässigen Backup-Strategie. Die eingesetzten IT-Systeme, Zeitpläne, Speicherorte und Konfigurationen sollten so festgehalten werden, dass sie jederzeit nachvollziehbar sind.
Das erleichtert zum einen die interne Kontrolle. Zum anderen kann eine vollständige Dokumentation auch bei externen Prüfungen, etwa bei Audits oder Zertifizierungen, wichtig sein. Im Ernstfall hilft sie außerdem dabei, schnell den Überblick zu bekommen. Das ist besonders hilfreich, wenn Mitarbeitende kurzfristig ausfallen oder externe Experten Unterstützung leisten müssen.
Regelmäßige Tests der Wiederherstellbarkeit von Backups
Zur Vorbereitung gehört schließlich auch, die Backups regelmäßig zu testen. Denn eine Sicherung allein reicht nicht aus. Erst durch einen Wiederherstellungstest lässt sich feststellen, ob die gesicherten Daten im Ernstfall tatsächlich wieder verwendet werden können.
Solche Tests sollten sowohl technisch als auch organisatorisch geplant werden. Dafür braucht es klar definierte Wiederherstellungsprozesse und die Einbindung aller relevanten Personen und IT-Systeme.
Häufige Fragen (FAQ)
Entscheidend ist zunächst eine Bedarfsanalyse. Sie ermittelt, welche Daten und IT-Systeme besonders wichtig sind, wo sie liegen und wie lange ein Ausfall maximal tolerierbar ist. Daraus lassen sich Prioritäten und geeignete Sicherungsintervalle ableiten.
Das RPO beschreibt, wie aktuell Daten im Verlustfall sein müssen und welchen Datenverlust ein Unternehmen tolerieren kann. Das RTO legt fest, wie schnell ein IT-System nach einem Ausfall wieder betriebsbereit sein muss. Beide Werte bestimmen die Anforderungen an die Backup-Infrastruktur.
Die 3-2-1-Regel empfiehlt mindestens drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Medien, davon eine Kopie an einem externen Ort. Lokale Backups ermöglichen eine schnelle Wiederherstellung, während externe Sicherungen vor Standortausfällen schützen.
Regelmäßige Wiederherstellungstests zeigen, ob gesicherte Daten tatsächlich genutzt werden können. Die Tests sollten technisch und organisatorisch geplant sein und klare Wiederherstellungsprozesse sowie die relevanten Personen und IT-Systeme einbeziehen.
