Malware-Rückgang den fünften Monat in Folge – aber mehr schädliche URLs.
Die Cyberbedrohungslage war im September weltweit durchwachsen. Zwar sank in Deutschland die Erkennungsrate schädlicher URLs im September 2026 laut Acronis-Zahlen um 0,6 Prozentpunkte, allerdings stieg sie weltweit an. Zeitgleich ging weltweit der Anteil der Nutzer, die mindestens mit einer Malware konfrontiert waren, zum fünften Mal in Folge zurück, während auch Ransomware-Gruppen wie The Gentleman und Quilin weniger Nutzer erfolgreich angreifen konnten.
Zusammenfassung (TL; DR):
- Während die weltweiten Malware-Erkennungen im September 2026 den fünften Monat in Folge sanken, stieg die Bedrohung durch schädliche URLs global an.
- In Deutschland ging die URL-Erkennungsrate hingegen leicht auf 8,5 Prozent zurück, was den internationalen Trend abmilderte.
- Der „Vorfall des Monats“ namens BlueMoon zeigte zudem, wie rasant vier staatliche Spionagegruppen zeitgleich dieselben Zero-Day-Schachstellen ausnutzten.
Erkenntnisse zur Malware-Bedrohungslage
Mit dem Cyberthreats Update stellt Acronis monatlich aktuelle Erkenntnisse zur Bedrohungslage und Einschätzungen der Experten der Acronis Threat Research Unit (TRU) zur Verfügung.
Laut Acronis-Telemetrie stieg im September die Zahl der Angriffe über schädliche URLs weltweit gegenüber August um 0,7 Prozentpunkte an. In Deutschland verringerte sich die normalisierte Erkennungsrate dagegen um 0,6 Prozentpunkte von 9,1 auf 8,5 Prozent. In Indien ging die Rate von 10,2 auf 9,4 Prozent zurück, in Australien von 8,0 auf 7,4 Prozent.
Die weltweite Malware-Erkennungsrate nahm im September zum fünften Mal in Folge ab. Gegenüber August sank sie um 0,6 Prozentpunkte von 4,9 auf 4,3 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Februar. Nach dem Höchstwert von 6,8 Prozent im April liegt sie wieder nahe am Niveau vom Jahresbeginn, als im Januar 3,7 Prozent und im Februar 4,2 Prozent verzeichnet wurden.
Dynamische Entwicklung bei Ransomware-Akteuren
Auch bei den Ransomware-Akteuren setzte sich die dynamische Entwicklung fort, die sich in den Vormonaten bereits gezeigt hatte. Am häufigsten waren im September Nutzer von The Gentlemen betroffen (104 Opfer), gefolgt von Qilin mit 73 und Akira mit 36 Fällen. Damit löste The Gentlemen Qilin an der Spitze ab. Beide Gruppen verzeichneten gegenüber August einen Rückgang (The Gentlemen mit zuvor 112, Qilin mit 164). Gleichzeitig rückte Akira anstelle von Clop in die Top 3 vor. Die Zahlen verdeutlichen, wie stark sich Rangfolge und gemeldete Aktivitäten innerhalb weniger Wochen verändern können.
Im Malware-Bereich dominierten im September Schadprogramme, mit denen Angreifer infizierte Systeme aus der Ferne steuern können. Zu den drei am häufigsten erkannten Malware-Bedrohungen zählten im September AsyncRAT, Remcos und XWorm. Bei allen drei handelt es sich um Fernzugriffstrojaner.
Weitere Erkenntnisse
- Im September wurden mehr als 848 Datenschutzverletzungen gemeldet, deutlich weniger als im Vormonat (1.165).
- Die höchste normalisierte Malware-Erkennungsrate verzeichnete wie im August Palästina (37,4 Prozent), gefolgt vom Irak (27,5 Prozent), der Vietnam (22,3 Prozent) auf Rang drei verdrängte, den im Vormonat noch Bangladesch eingenommen hatte. Bangladesch schied aus den Top drei aus.
- „Vorfall des Monats“ – BlueMoon: Ab Ende August setzten innerhalb von zwölf Tagen vier verschiedene staatlich unterstützte Spionagegruppen dasselbe Exploit-Kit ein. Es kombiniert drei Zero-Day-Schwachstellen in Chrome und Windows, um Schadcode auszuführen und weitreichende Systemrechte zu erlangen.
„Die rückläufigen Erkennungsraten bei Malware weltweit und schädlichen URLs in Deutschland sind eine positive Entwicklung, bedeuten aber nicht, dass die Bedrohungslage insgesamt weniger gefährlich wird. In den meisten untersuchten Ländern zeigte sich bei schädlichen URLs sogar ein Anstieg“, so Markus Fritz, General Manager DACH bei Acronis. „Zudem zeigt der Fall BlueMoon, wie schnell mehrere Angreifergruppen dieselben Sicherheitslücken ausnutzen können, noch bevor entsprechende Updates verfügbar sind. Unternehmen sollten deshalb Sicherheitsupdates zeitnah einspielen, E-Mail-Schutz und URL-Filter zum Schutz vor Phishing-Angriffen einsetzen und mithilfe verhaltensbasierter Verfahren verdächtige Aktivitäten auf Endgeräten erkennen.“
Tipps zum Schutz vor aktuellen Bedrohungen
- Starke, einzigartige Passwörter zusammen mit einem Passwortmanager verwenden.
- Einen verschlüsselten Cloud-Storage für vertrauliche Dateien nutzen.
- Automatisierte Wiederherstellung von verschlüsselten oder manipulierten Dateien, einführen.
- Advanced Email Security und URL-Filterung nutzen, die zusätzlichen Schutz vor Bedrohungen wie Phishing und anderen Social-Engineering-Techniken bieten.
- Patch-Management nutzen, um Software stets auf dem neuesten Stand zu halten.
- Signierte Installationsdateien nicht nur auf ihre Signatur, sondern auch auf enthaltene Konfigurationsdaten prüfen.
- Fernzugriffssoftware kritisch überprüfen und ihre Nutzung auf das notwendige Maß beschränken.
Häufige Fragen (FAQ)
Sie sank zum fünften Mal in Folge auf 4,3 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Februar.
Während die Angriffe über schädliche URLs weltweit anstiegen, sank die Erkennungsrate in Deutschland leicht auf 8,5 Prozent.
Vier staatliche Spionagegruppen nutzten innerhalb von nur zwölf Tagen dieselben drei Zero-Day-Schachstellen in Chrome und Windows aus.



