Stalker werden mit Fake-Apps zu Betrugsopfern

Stalker werden mit Fake-Apps zu Betrugsopfern

Stalker werden mit Fake-Apps zu Betrugsopfern.

Mehr als 3.000 Anzeigen für betrügerisches Imitat von Google Lens im vergangenen Monat entdeckt.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • Cyberkriminelle bewerben in offiziellen App-Stores und sozialen Medien vermeintliche Stalking-Apps, die fälschlicherweise eine einfache digitale Überwachung Dritter versprechen.
  • Die Anwendungen oder Fake-Apps, wie etwa ein Imitat von Google Lens, sind jedoch nahezu funktionslos und dienen primär dazu, den Käufern Geld über teure Abonnements zu entziehen.
  • Während echte, gefährliche Stalkerware aus den Stores verbannt ist, nutzen diese Fake-Apps manipulative Werbeversprechen aus, um gezielt die Überwachungsabsichten von Nutzern finanziell auszubeuten.

Welle von Stalking-Tools als Fake-Apps

Grafik: @Bitdefender

Die Experten der Bitdefender Labs beobachten aktuell, wie Cyberkriminelle eine Welle von Stalking-Tools zum Überwachen von Personen in offiziellen App-Stores anbieten und in sozialen Medien bewerben. Schlecht für die Stalker: Die vor allem auf TikTok gefundenen und beworbenen Anwendungen – wie etwa eine Fake-Version von Google Lens – versprechen die digitale Überwachung Dritter, sind aber überwiegend funktionslos. Die Cyberkriminellen versprechen sich Abonnement-Einnahmen durch Subskribenten, die etwa ihre Partner ausspionieren wollen. Das bringt einmalige Abo-Zahlungen sowie zusätzlichen Umsatz, wenn Anwender später vergessen zu kündigen. Eine gefälschte Google-Lens-AI-App ist zum Beispiel Aufhänger einer Kampagne mit über 3.000 Anzeigen im Monat auf Google Play und auf dem Apple App Store.

In den Online-Anzeigen wird den Anwendern versprochen, mit den Fake-Apps ihre Opfer anhand ihrer Telefonnummer, durch die Lektüre privater Nachrichten, das Offenlegen verborgener Nachrichten oder verborgener Nutzerkonten und durch das Wiederherstellen gelöschter Bilder auszuspionieren. Im Angebot sind einerseits KI-basierte Apps zur Personensuche: Nach Eingabe des Namens sollen die Anwender alles über einen Partner oder Verwandten erfahren. Anderseits bewerben die Betrüger Online-Tracking-Apps. Dabei arbeiten die Cyberkriminellen mit Schock-Anzeigenmotiven. Neben wenigen positiven finden sich ansonsten nur negative Bewertungen.

Funktionsschwache Apps

Die Anwendungen halten offenbar nicht, was sie versprechen. Bei einer von den Bitdefender Labs analysierten Malware fanden die Experten eine App, um Fotos und Videos mit verschiedenen Zeit- oder Ortsstempeln zu versehen – mit eingeschränkter Funktionalität. Ein größerer Teil des Codes dient dazu, Anzeigen zu erstellen, Analysen durchzuführen oder Rechnungen zu erstellen. Ähnliche Ergebnisse sind auch von vielen weiteren noch zu untersuchenden Apps zu erwarten.

Stalker-Apps auf Marktplätzen

Stalkerware-Apps gibt es schon seit Jahren. Die tatsächlich gefährlichen sind aus den offiziellen App-Stores verbannt. Doch das hat die Entwickler nicht davon abgehalten, diese Dienste weiterhin anzubieten. Deshalb informieren Polizei und BSI über Stalkerware, wie sie vor allem Partner in toxischen Beziehungen, Expartner oder Jugendliche verwenden.

Stalking ist in vielen Ländern illegal, auch wenn die rechtliche Definition und die Strafen von Land zu Land variieren. Juristische Unklarheiten entstehen oft, wenn Anbieter argumentieren, dass der Verkauf einer Überwachungs-App rechtmäßig sei und jede rechtswidrige Nutzung ausschließlich in der Verantwortung des Käufers liege. Dieses Argument ist möglicherweise nicht stichhaltig, wenn eine App, die für verdeckte Überwachung vermarktet wird, derart konzipiert ist, dass sie vor dem Gerätebesitzer verborgen bleibt, oder auf andere Weise eine Überwachung ohne Einwilligung ermöglicht. Ein prominentes Beispiel ist mSpy, das in seiner Werbung die verdeckte Überwachung in den Vordergrund stellt. Die App ist nicht in den offiziellen App-Stores erhältlich, und Nutzer müssen sie manuell installieren. Es wäre sicher nicht korrekt und unfair, zu behaupten, dass alle Kindersicherungs-Apps irgendwann einmal als Stalkerware missbraucht werden. Doch es bleibt eine Grauzone, wenn seriöse Apps Funktionen bieten, die ihre Installation auf einem Smartphone deutlich machen.

 

 

Häufige Fragen (FAQ)

Was versprechen diese betrügerischen Apps?

Sie versprechen die heimliche Überwachung Dritter, das Mitlesen privater Nachrichten sowie das Orten von Personen allein über die Telefonnummer.

Warum funktionieren sie in Wahrheit nicht?

In den App-Stores dürfen solche Spionage-Funktionen nicht angeboten werden, weshalb die Apps in Wahrheit nur harmlose Standard-Funktionen (wie Fotostempel) besitzen.

Was ist das eigentliche Ziel der Entwickler?

Sie wollen Nutzer mit manipulativen Versprechen anlocken, um sie in kostenpflichtige Abonnements oder vermeintlich kostenlose Test-Abo-Fallen zu drängen.

Weitere Inhalte zum Thema

Logo Newsletter IT-Sicherheit

Nichts mehr verpassen!

Mit Klick auf „Newsletter anmelden“ erhalten Sie unseren Newsletter. Die Anmeldung wird erst aktiv, nachdem Sie den Bestätigungslink in der E-Mail angeklickt haben. Datenschutzerklärung