Cyberangriffe auf den Mittelstand: Kunden- und strategische Unternehmensdaten besonders häufig betroffen.
Breit angelegte Malware-Angriffe und Angriffe unter Einsatz legitimer Administrator-Tools verursachten in den vergangenen zwölf Monaten bei kleinen und mittleren Unternehmen in Europa mit jeweils zehn Prozent am häufigsten schwerwiegende Cybervorfälle. Angreifer zielten unter anderem auf personenbezogene Kundendaten (28 Prozent) und Informationen zur Geschäftsstrategie (26 Prozent).
Zusammenfassung (TL; DR):
- Cyberkriminelle zielen am häufigsten auf personenbezogene Kundendaten (28 Prozent) und Informationen zur Geschäftsstrategie (26 Prozent).
- Schwerwiegende Cybervorfälle haben bei 24 Prozent der Mittelständler personelle Auswirkungen.
Personenbezogene Kundendaten als Primärziel
Angreifer zielten unter anderem auf personenbezogene Kundendaten (28 Prozent) und Informationen zur Geschäftsstrategie (26 Prozent). Die Folgen reichten von personellen Auswirkungen (24 Prozent) über den Verlust der Kontrolle über die eigene IT (20 Prozent) bis hin zum Diebstahl personenbezogener Daten (19 Prozent). Diese Ergebnisse gehen aus einer aktuellen Kaspersky-Umfrage hervor.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten laut einer aktuellen Kaspersky-Studie zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. So waren 90 Prozent der KMU in Europa im vergangenen Jahr von mindestens einem Cybersicherheitsvorfall betroffen.
Die schlimmsten Angriffe mit Malware
Demnach wurden Malware sowie Angriffe unter Einsatz legitimer Administrator-Tools mit jeweils zehn Prozent am häufigsten als schwerwiegendste Cybervorfälle der vergangenen zwölf Monate genannt. Phishing und die Ausnutzung von Schwachstellen im Zusammenhang mit KI folgten mit jeweils acht Prozent. Am häufigsten waren personenbezogene Kundendaten betroffen (28 Prozent), gefolgt von Informationen zur Geschäftsstrategie des Unternehmens (26 Prozent) sowie sensiblen Daten wie Finanzzugangsdaten oder rechtlichen Dokumenten (25 Prozent).
Die Folgen dieser schwerwiegenden Cybervorfälle waren vielfältig, darunter:
- Personelle Auswirkungen, etwa notwendige Neueinstellungen oder Entlassungen (24 Prozent);
- Verlorene Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur oder IoT-Geräte (20 Prozent);
- Vorübergehende Ausfälle kundenbezogener Dienste, finanzielle Verluste oder Diebstahl personenbezogener Kundendaten (19 Prozent).
Besonders häufig trafen die Angriffe jene Teams, die für den Schutz und Betrieb von Systemen verantwortlich sind. So war bei 53 Prozent der schwerwiegendsten Vorfälle die IT-Sicherheitsabteilung und bei 47 Prozent die IT-Abteilung betroffen. Buchhaltung und Finanzen folgten mit 26 Prozent.
Technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen
Angesichts der umfassenden Folgen reagierten die mittelständischen Unternehmen mit zusätzlichen technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen. Drei von zehn der befragten Unternehmen (30 Prozent) installierten oder aktualisierten Sicherheitslösungen auf geschäftlich genutzten Geräten ihrer Mitarbeitenden. Ein Viertel (25 Prozent) führte neue Passwortrichtlinien ein oder aktualisierte bestehende Vorgaben. Weitere 24 Prozent etablierten regelmäßige Schwachstellen-Scans.
„Cybervorfälle können kleine und mittlere Unternehmen weitaus härter treffen als die öffentlich gewordenen Datenlecks bekannter Konzerne; für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen kann jeder Vorfall die Existenz bedrohen“, so Ilya Markelov, Head of Unified Platform Product Line bei Kaspersky. „KMU stehen vielfältigen und zunehmend intensiven Bedrohungen gegenüber – bei begrenzten Ressourcen und zugleich individuellen Wachstumszielen. Sie benötigen daher skalierbaren Schutz, der auf ihre Anforderungen zugeschnitten ist. Kaspersky Next Optimum ermöglicht KMU professionelle und flexible Cybersicherheit, damit sie relevante Risikobereiche besser absichern und ihren Schutz bei Bedarf erweitern können, ohne ihre bestehende IT-Infrastruktur neu aufzusetzen.“
Empfehlungen für mittelständische Unternehmen
- Strenge Zugriffsregeln für alle Unternehmensressourcen und Cloud-Dienste etablieren und sicherstellen, dass Berechtigungen beim Ausscheiden von Mitarbeitenden umgehend durch die IT entzogen werden.
- Automatisierte Backups in die täglichen Abläufe integrieren, um kritische Unternehmensdaten bei Notfällen oder Ransomware-Angriffen zu schützen.
- Cybersecurity-Richtlinien möglichst einfach und verständlich gestalten und klare Vorgaben etwa zum sicheren Surfen und zur Passwort-Hygiene vermitteln.
- Die Installation und Nutzung neuer Software grundsätzlich von der IT freigeben lassen, um Risiken durch nicht autorisierte oder unsichere Anwendungen zu reduzieren.
- Mitarbeitende regelmäßig darin schulen, aktuelle Bedrohungen wie Phishing, Deepfakes oder Vishing zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
- Cybersicherheitslösungen auswählen, die zu Budget, Unternehmensgröße und branchenspezifischen Anforderungen passen und zugleich effizient, vielseitig, nutzerfreundlich und skalierbar sind.
- E-Mail-Kommunikation gegen Bedrohungen wie Phishing, Business Email Compromise und Rechnungsbetrug absichern.
Häufige Fragen (FAQ)
Kriminelle stehlen vor allem personenbezogene Kundendaten (28 Prozent) sowie sensible Informationen zur Geschäftsstrategie der betroffenen Unternehmen (26 Prozent).
Die schwerwiegenden Cybervorfälle führen bei fast jedem vierten betroffenen Mittelständler (24 Prozent) zu direkten personellen Konsequenzen, wie etwa Entlassungen oder notwendigen Neueinstellungen.
Drei von zehn Unternehmen installieren oder aktualisieren Sicherheitssoftware auf Mitarbeitergeräten (30 Prozent), während ein Viertel neue Passwortrichtlinien einführt oder regelmäßige Schwachstellen-Scans etabliert.


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