Falsche Roblox-Cheats: Schadsoftware spioniert Gamer aus

Falsche Roblox-Cheats: Schadsoftware spioniert Gamer aus

Manipulierter Xeno-Roblox-Script-Exekutor als Startpunkt für Cyberangriffe auf Gamer in Foren und Discord.

Hacker suchen nach Zugangsdaten für Discord-, Roblox- und Minecraft-Nutzerkonten, Browser-Zugangsdaten, Krypto-Wallets und Bezahl-Token.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • Bitdefender warnt vor einer gefährlichen Malware-Kampagne.
  • Hacker nutzen dafür gefälschte Roblox-Cheat-Tools auf Discord. Die getarnte Java-Schadsoftware nistet sich tief im System ein. Sie stiehlt Passwörter, Browser-Cookies und Krypto-Wallets. Auch Zugangsdaten für Discord, Roblox und Minecraft sind betroffen.
  • Zudem spioniert das Programm die Opfer heimlich aus. Es filmt per Webcam und zeichnet Tastatureingaben auf. Angreifer erhalten so die vollständige Fernsteuerung des Computers.

Roblox-Täuscher werden Opfer von Malware

Gamer recherchieren gerne nach unerlaubten Hilfsmitteln, um ihre Spielerkarriere voranzutreiben. Gefragt sind als „undetected“ beworbene Geheimtools, um angeblich exklusive Spielfunktionen zu nutzen, die Spielstärke zu verbessern oder um Anti-Cheat-Systeme zu umgehen. Auf der Suche danach werden die Roblox-Täuscher dann selbst Opfer von Malware mit bisweilen weitreichenden Folgen. Das zeigt die Analyse der Bitdefender-Labs-Experten einer laufenden Kampagne. Hacker entwickeln laut Analyse der Bitdefender-Telemetrie die ursprünglich von ThreatLocker beobachtete Malware-Kampagne Powercat weiter. Neue, von Bitdefender entdeckte Comand-and-Control-Domänen und Funktionalitäten deuten darauf hin, dass Cyberkriminelle die Malware kontinuierlich weiterentwickeln und nutzen. Die Infektionsraten bewegen sich seit der zweiten Märzhälfte 2026 auf einem hohen Niveau.

Die Cyberkriminellen greifen Gamer über eine manipulierte Version des Skript-Exekutors Xeno Roblox an, den sie über Gaming-Foren und Discord-Communities verteilen. Getarnt als an sich harmloses, für die IT-Sicherheit legitimes Cheat-Tool, startet die Malware eine mehrstufige Infektionskette in Java, um sich vor der Cyberabwehr zu verbergen. Die externen Eindringlinge erlangen Zugriff auf Webcams und zeichnen Tastatureingaben, Mausbewegungen, Bildschirm- und Webcaminhalte, sowie das Streaming auf dem Desktop auf. Sie können zudem die vollständige Kontrolle über infizierte Maschinen erlangen. Gleichzeitig können sie auf Browser-Cookies (Brave Browser, Chrome, Edge, Opera, Opera GX, and Vivaldi), Nutzerkonten für Discord, Roblox und Minecraft sowie Daten für Krypto-Wallets und für Bezahlungen zugreifen.

Hacker kundschaften Systeme auf vorinstallierte Software aus

Um den Zugriff auf Zugangsdaten zu optimieren, kundschaften Hacker die Systeme auf vorinstallierte Software aus, um Daten bestmöglich abzufragen. Sie suchen dabei nach

  • Kryptowallets wie bare Exodus, Atomic, Cake Wallet, SafePal, TronWallet und Monero Wallet;
  • Entwicklertools (Visual Studio, Git, JetBrains tools und Python IDLE);
  • Dateien zum Spiel-Launch wie Steam, Rockstar Games Launcher, Battle.net, Epic Games Launcher und Riot Client;
  • Roblox und Minecraft-Installationen;
  • VPN-Software etwa von NordVPN, Mullvad VPN, ExpressVPN und Surfshark;
  • oder auch nach Messaging-Diensten wie Telegram, Snapchat, WhatsApp und Discord.

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