Cyberangriffe werden für mittelständische europäische Unternehmen trotz sinkender Schadenzahlen kostspieliger.
Chubbs jüngste Analyse über Cyberangriffe zeigt, dass sich die Häufigkeit von Cybervorfällen zwar stabilisiert hat. Die finanziellen Auswirkungen von Angriffen auf mittelständische Unternehmen steigen jedoch weiterhin stark an.
Zusammenfassung (TL; DR):
- Laut dem aktuellen Cyber Claims Report 2026 von Chubb ist die Häufigkeit von Cyberschäden bei europäischen mittelständischen Unternehmen im Jahr 2025 zwar auf ein Fünf-Jahres-Tief gesunken. Doch der durchschnittliche Schadenwert hat sich von 2020 bis 2025 verdreifacht.
- Haupttreiber für diese enormen Kosten sind raffinierte KI-gestützte Angriffe sowie die starke Abhängigkeit von Drittanbietern. Angriffe auf vernetzte Lieferketten führen zu unmittelbaren, existenziellen Betriebsunterbrechungen.
- Laut GDV erfüllen nur 31 Prozent der mittelständischen Firmen den IT-Basisschutz vollständig.
Chubbs Cyber Claims Report 2026 über Cyberangriffe
Die Ergebnisse von Chubbs Cyber Claims Report 2026 machen deutlich, dass die Häufigkeit von Cyberschäden mittelständischer Unternehmen in Europa im Jahr 2025 auf ein Fünf-Jahres-Tief gesunken ist. Der durchschnittliche Schadenwert ist zwischen 2020 und 2025 auf das Dreifache gestiegen.
Künstliche Intelligenz hilft Unternehmen dabei, Cybersicherheitslücken besser zu identifizieren und aufzudecken. Doch führt sie gleichzeitig zu einer immer raffinierteren missbräuchlichen Nutzung von Technologie, was die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Risikoexposition noch verstärken kann.
Jimaan Sane, Head of Growth, Global Cyber bei Chubb, erklärte, dass die eigene Lieferkette für kleine und mittelständische Unternehmen einer der Bereiche mit erhöhtem Risiko sei, da sie in höherem Maße von Drittanbietern abhängig seien.
KMU und Konzerne nähern sich an
“Mittelständische Unternehmen sind zunehmend denselben Cyberstörungen ausgesetzt wie Großkonzerne, verfügen jedoch häufig nicht über die gleiche operative Widerstandsfähigkeit”, sagte Sane. “Neben der Identifizierung und Vermeidung eigener Cyberausfälle besteht die Herausforderung für Unternehmen in den finanziellen und operativen Folgen. Das gilt, wenn vernetzte Systeme, Lieferanten und Partner kompromittiert werden.”
“Man stelle sich einmal vor: Wenn ein Technologieanbieter von Ransomware getroffen wird, bleiben die Konsequenzen selten auf ihn beschränkt. Für die Einzelhändler, Hersteller und Dienstleistungsunternehmen, die auf die Systeme dieses Anbieters angewiesen sind, können die Auswirkungen unmittelbar und gravierend sein. Verkaufstransaktionen kommen zum Erliegen, die Bestandsübersicht geht verloren und der Betrieb steht still. Auch wenn der Angriff seinen Ursprung außerhalb des eigenen Unternehmens hat, schlägt sich der Schaden durch eine Betriebsunterbrechung unmittelbar auf ihre eigene Bilanz nieder. Dieses wachsende Risiko verdeutlicht, wie wichtig eine Betriebsunterbrechungsdeckung für Dritte (Contingent Business Interruption) als Teil jeder umfassenden Cyberrisikostrategie ist”, fügte Sane hinzu.
Abhängigkeit von Lieferketten
Abgesehen von immer komplexeren KI-gestützten Bedrohungen und einer zunehmenden Abhängigkeit von Lieferketten stellen laut Chris Collier, Vice President – Claims bei Chubb Betrugsfälle durch Social Engineering, Datenschutzvorfälle und Ransomware-Angriffe auch weiterhin Risiken dar.
“Vorfälle dieser Art können verheerende Folgen haben, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht über einen angemessenen Cyberversicherungsschutz verfügen. Sie verfügen über keine Möglichkeit, sich von den unwiederbringlichen Verlusten zu erholen oder diese auszugleichen”, sagte Collier.
Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) zufolge weist die IT-Sicherheit mittelständischer Unternehmen deutliche Lücken auf. Lediglich 31 Prozent der Unternehmen erfüllt den Basisschutz vollständig.
Ransomware-Angriffe weiter bedrohlich
Ransomware-Angriffe stellen insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen auch weiterhin erhebliche Risiken dar und führen häufig zu komplexen und kostspieligen Datenverletzungen. Selbst wenn erste Verschlüsselungsversuche abgewehrt werden, kann die Exfiltration sensibler Daten umfangreiche Meldepflichten und Behebungsmaßnahmen nach sich ziehen.
Auf der präventiven Seite können Unternehmen und Organisationen KI-gestützte Risk Mitigation Tools einsetzen, um auf diese Bedrohungen zu reagieren und ihr Risiko zu reduzieren. Darüber hinaus sollten sie das Bewusstsein für Cyberrisiken stärken, indem sie das Thema zur Chefsache machen und nicht nur als IT-Projekt betrachten.
Häufige Fragen (FAQ)
Er hat sich auf das Dreifache erhöht.
Weil Cyberausfälle bei Drittanbietern zu unmittelbaren, kostspieligen Betriebsunterbrechungen führen.
Lediglich 31 Prozent der Unternehmen.
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