Microsoft 365-Resilienz: 4 IT-Trends für Tenant-Sicherheit

Lukas Haas  |
Microsoft 365

Microsoft 365: Diese vier Trends sollten IT-Verantwortliche im Blick haben.

Microsoft 365 bildet mittlerweile das IT-Rückgrat von mehr als zwei Millionen Unternehmen. Was ursprünglich als Produktivitätssuite begann, hat sich längst zum Fundament für Identitätsmanagement, Zusammenarbeit, Gerätemanagement und Cybersicherheit im gesamten Unternehmen entwickelt. Kommt es hier zu Störungen, etwa durch veränderte Konfigurationen, eröffnet dies Cyberkriminellen neue Angriffsmöglichkeiten.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • Der zunehmende Einsatz von KI-Tools und fehlerhafte Berechtigungen verschärfen Sicherheitsrisiken in Microsoft-365-Umgebungen drastisch.
  • Da Microsoft die Einstellungen nicht automatisch sichert, wird ein kontinuierliches Backup und Monitoring der Tenant-Konfiguration zur zentralen Anforderung.
  • Echte Cyberresilienz erfordert automatisierte Kontrollen sowie ein geschärftes Sicherheitsbewusstsein aller Mitarbeitenden.

Fehlerhafte Konfigurationen sind keine Seltenheit. Laut Microsoft wird in zwei von drei Tenants (63 %) das `Least-Privilege-Prinzip` nicht umgesetzt. Dadurch können Sicherheitsverantwortliche kaum präzise erkennen, wer auf was Zugriff hat. Ohne diese Transparenz ist eine effektive Sicherheitsstrategie jedoch kaum umsetzbar. Und diese ist angesichts der zunehmenden Bedrohungslage wichtiger denn je. Dabei spielt Microsoft 365 eine immer dominantere Rolle, wobei sich der Fokus zunehmend von einzelnen Services hin zur Sicherheit des Tenants verlagert. Es geht darum, die Konfiguration, die Zugriffskontrollen und den Betriebszustand einer Microsoft-365-Umgebung aufrechtzuerhalten und gegebenenfalls wiederherzustellen. Vor diesem Hintergrund sollten IT-Verantwortliche vor allem diese vier Trends beachten:

Künstliche Intelligenz verstärkt blinde Flecken – auch bei Microsoft 365

Der zunehmende Einsatz von KI-Chatbots hat bestehende Probleme wie exzessive Datenfreigabe, Fehlkonfigurationen und übermäßige Berechtigungen verschärft. KI-Agenten führen zunehmend Aufgaben aus, die sich auf Berechtigungen, den Datenzugriff und das Systemverhalten auswirken. Derzeit passiert dies zumeist ohne kontinuierliche Überwachung durch IT-Teams.

Dabei behebt KI keine Governance-Probleme. Im Gegenteil: Häufig verstärkt sie diese noch. Die Automation dient dabei als eine Art Brandbeschleuniger. Eine einzige falsch vergebene Berechtigung oder ein vergessener geteilter Link, kann so weit über die ursprüngliche Absicht hinaus fatale Auswirkungen haben.

Hinzu kommt die weit verbreitete, oftmals auch nicht regulierte Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeitende. Diese sind sich häufig der damit verbundenen Sicherheitsrisiken nicht bewusst. Sensible Informationen werden weitergegeben und Zugriffsrechte unter Umgehung traditioneller Kontrollmechanismen gewährt.

Microsoft wird weiterhin stark in KI investieren und die Automatisierung tiefer in alltägliche Arbeitsabläufe integrieren. Doch damit entstehen neue Angriffsflächen und Fehlerquellen. Vererbte Berechtigungen, automatisierte Änderungen und reduzierte manuelle Überprüfungen erfordern einen modernen Governance-Ansatz, der genau diese Herausforderungen adressiert.

Konfigurationsmanagement wird zur grundlegenden Sicherheitsanforderung

Insbesondere in umfangreichen Microsoft-365-Umgebungen wird das Management der Konfigurationen zum zentralen Baustein der IT-Sicherheit. Unternehmen müssen in der Lage sein, ihren Umgebungen zu vertrauen, sie wiederherzustellen und zu warten. Es reicht nicht mehr aus, nur die darin enthaltenen Daten zu sichern. Sonst können IT- und Sicherheitsteams nur auf Vorfälle reagieren, nachdem der Schaden bereits entstanden ist.

Native Tools entwickeln sich zwar ständig weiter, allerdings gibt es keinen Komplettansatz, der die operative Komplexität von zehntausenden Konfigurationen vollständig abdecken kann. Die Überwachung einzelner Silos kostet Ressourcen und lässt doch enorme Lücken bei der Abdeckung.

Backups von Konfigurationen gewinnen an Bedeutung

Die Hälfte (49 %) der IT-Führungskräfte glaubt fälschlicherweise, dass Microsoft die Konfigurationen automatisch sichert und ihre Microsoft-365-Umgebung somit geschützt ist. Daten-Backups lösen jedoch nur einen Teil des Problems. Wenn durch Vorfälle der Zugriff, Richtlinien oder Konfigurationen verändert oder zerstört werden, tragen saubere Daten-Backups nicht wesentlich zur Wiederherstellung des normalen Betriebs bei.

Kompromittierte Konfigurationen, unbeabsichtigte Zugriffssperren, fehlerhafte Änderungen oder Angriffe auf Tenant-Ebene können die Umgebung stören, während die Daten selbst intakt bleiben. In diesen Szenarien verzögert sich die Wiederherstellung, weil der Tenant selbst nicht mehr sicher betrieben werden kann.

Resilienz ist also weit mehr als die Wiederherstellung von Dateien. IT-Verantwortliche müssen in der Lage sein, die gewünschten Konfigurationen wiederherzustellen, unbefugte oder risikoreiche Änderungen zu erkennen und den reibungslosen Betrieb auch unter Druck aufrechtzuerhalten. Ohne Konfigurations-Backup, kontinuierliche Überwachung und automatisierte Korrekturmaßnahmen ist die Wiederherstellung ein langsamer, manueller und fehleranfälliger Prozess.

Verantwortung für die Sicherheit verlagert sich von der IT auf das gesamte Unternehmen

Zwar kann kein Unternehmen jeden Angriff verhindern, doch lassen sich die Auswirkungen erheblich begrenzen. Deshalb sollten Sicherheit und Resilienz zu einer unternehmensweiten Disziplin werden. Wenn die Mitarbeitenden verstehen, wie sich Zugriffe, Berechtigungen und das Teilen von Daten auf die Sicherheitslage auswirken, reduziert sich der potenzielle Schaden drastisch.

Die Überprüfung von Berechtigungen und die Verhinderung von übermäßigem Datenaustausch wird immer einfacher und liegt mittlerweile (auch) in den Händen der Nutzer. Eine solche breite Beteiligung an der Cybersecurity ist die Basis resilienter Umgebungen. Gleichzeitig unterstützt intelligente Automatisierung im Bereich des Konfigurationsmanagements die IT-Teams nachhaltig.

Resilienz ist eine gemeinsame, fortwährende Verantwortung. Dies gilt insbesondere für Microsoft-365-Umgebungen, die von einem ständigen Wandel geprägt sind. Nur wenn alle Mitarbeitenden dieses Ziel verinnerlichen und die Sicherheitsverantwortlichen über die nötigen Tools verfügen, kann sie gestärkt und dauerhaft aufrechterhalten werden.

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    Lukas Haas ist ein deutscher IT-Vertriebsexperte und aktuell als Enterprise Account Executive bei CoreView tätig. In dieser Funktion konzentriert er sich primär auf den Schutz, das Management und die Optimierung von Microsoft 365-Umgebungen (Safeguarding M365 Environments) für Großkunden im DACH-Raum.

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