Vortrag: Post Zero Trust und Cyberresilienz – Sicherheit beginnt mit der Identität

Von: sayTEC AG Profile Image sayTEC AG
Kongresse

Wann

28. Oktober 2026    
14:15 - 14:30

Wo

Vortrag: Post Zero Trust und Cyberresilienz – Sicherheit beginnt mit der Identität
Messezentrum Nürnberg, Halle 9 Forum F, 90471 Nürnberg

Veranstaltungstyp

Post Zero Trust und Cyberresilienz – Sicherheit beginnt mit der Identität

Die Grenzen klassischer Unternehmensnetze haben sich aufgelöst. Cloud-Dienste, mobile Arbeit, externe Dienstleister und hybride Infrastrukturen prägen den IT-Betrieb. Zero Trust war deshalb ein notwendiger Paradigmenwechsel: Nicht der Standort innerhalb eines vermeintlich vertrauenswürdigen Netzes, sondern Identität, Gerät, Kontext, Berechtigung und Policy entscheiden über einen Zugriff.

Noch bevor entschieden wird, auf welche Ressource ein Benutzer zugreifen darf, muss eine grundlegendere Frage beantwortet werden: Wer sitzt tatsächlich vor dem Rechner? Ohne eindeutig festgestellte menschliche Identität sollte keine geschützte Anwendung, Kommunikationsumgebung oder Verbindung zur Unternehmensinfrastruktur entstehen. Die Sicherheitskette folgt daher einer klaren Reihenfolge: zuerst die Identität, dann die geschützte Sicherheitsumgebung, anschließend Policy und Posture, danach die autorisierte Anwendung – und erst dann die Kommunikation.

Der Vortrag zeigt die technische Umsetzung dieser Reihenfolge. Nach erfolgreicher Identifikation wird eine persönliche, geschützte Sicherheitsumgebung aktiviert. Sitzungs-, Policy-, Routing- und kryptografische Informationen werden in einem geschützten, temporären Arbeitsspeicherkontext verarbeitet. Erst dort beginnen die erforderlichen Prüfungen. Der Tunnel ist damit nicht der Ausgangspunkt der Sicherheitsentscheidung, sondern ihr Ergebnis: Erst Policy – dann Kommunikation.

Post Zero Trust ersetzt Zero Trust nicht, sondern entwickelt dessen Prinzipien weiter. Zero Trust fragt, wer unter welchen Bedingungen auf welche Ressource zugreifen darf. Post Zero Trust ergänzt die Frage, was für diesen Benutzer überhaupt sichtbar, adressierbar oder erreichbar sein muss – und ob für seine Aufgabe eine allgemeine Netzwerkbeziehung entstehen darf. Der Benutzer erhält daher keinen pauschalen Netzwerkzugang, sondern ausschließlich die autorisierte Anwendungs- oder Kommunikationsbeziehung. Die dahinterliegende Infrastruktur bleibt für den Client möglichst unsichtbar und nicht direkt erreichbar. Angriffsfläche wird dadurch nicht nur kontrolliert, sondern bereits durch das Architekturdesign vermieden.

Auch das Endgerät wird Teil des Sicherheitsmodells. Während einer sicherheitskritischen Sitzung können nicht benötigte Programme und parallele Kommunikationskanäle abhängig von der Policy eingeschränkt werden. Das Zero-Footprint-Prinzip sorgt zugleich dafür, dass nach Abschluss der Sitzung möglichst keine verwertbaren Sitzungs-, Routing- oder kryptografischen Informationen auf dem Rechner verbleiben. MFA, PKI, Verschlüsselung und Perfect Forward Secrecy sind wichtige Bausteine, bilden allein jedoch keine Post-Zero-Trust-Architektur. Entscheidend ist ihr Zusammenspiel mit Identität, geschützter Ausführungsumgebung, Policy, Client-Kontrolle, Anwendungsisolation und der Vermeidung unnötiger Netzwerkbeziehungen.

Die praktische Umsetzung dieser Architektur erfolgt mit sayTRUST UZE – Universal Zero Trust Exchange. Ein zentraler UZE-Server arbeitet dabei mit hardware- oder softwarebasierten UZE-Clients zusammen. Erst nach erfolgreicher Identitäts-, Client-, Zertifikats- und Berechtigungsprüfung wird die geschützte UZE-Client-Umgebung aktiviert. Der UZE-Server vermittelt anschließend ausschließlich die autorisierte Anwendungs- oder Kommunikationsbeziehung. Ein allgemeiner Netzwerkzugang entsteht nicht.

Sicherer Zugriff allein schafft jedoch noch keine Cyberresilienz. Eine Organisation muss wesentliche Dienste auch bei technischen Ausfällen aufrechterhalten und nach Datenverlust, Manipulation oder einem Katastrophenfall zuverlässig wiederherstellen können. Der Vortrag verbindet deshalb drei Schutzebenen zu einer gemeinsamen Architektur: Identität und kontrollierter Zugriff, eine resiliente Betriebsplattform sowie Daten- und Wiederherstellungsfähigkeit. Hochverfügbarkeit, Backup, Restore, Medienbruch, Live-Synchronisation und Disaster Recovery müssen praktisch getestet und an definierten Wiederanlaufzielen gemessen werden. Denn Backup ist eine Technologie – Recovery ist eine Fähigkeit.

So entsteht eine durchgängige Sicherheitskette: Identität vor Zugriff. Policy vor Kommunikation. Anwendung vor Netzwerk. Betrieb trotz Ausfällen. Schutz der Daten und gesicherte Wiederherstellung. Sicherheit beginnt mit der Identität, entscheidet vor dem Tunnel und endet erst mit belastbarer Cyberresilienz.