BKA zerschlägt Phishing-Plattform Kratos

BKA zerschlägt Phishing-Plattform Kratos

BKA zerschlägt Phishing-Plattform Kratos.

Am 20. Juli 2026 zerschlugen Bundeskriminalamt und ZIT (Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität) gemeinsam mit US-Behörden im Rahmen der Operation „Olympus Blade“ die Infrastruktur von Kratos – einer Phishing-as-a-Service-Plattform, die für einen Großteil der aktuellen Microsoft-365-Credential-Diebstähle verantwortlich war. Der Entwickler und technische Administrator wurde in Indonesien verhaftet, über 200 Server wurden abgeschaltet.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • Das Bundeskriminalamt, die ZIT und US-Behörden haben die Phishing-Plattform „Kratos“ zerschlagen und deren Administrator in Indonesien verhaftet.
  • Über die Plattform führten rund 1.800 Kriminelle monatlich etwa 15.000 Angriffe durch, die seit Ende 2024 zu Hunderttausenden Opfern weltweit führten.
  • Das Sicherheitsunternehmen TrendAI™ unterstützte die Ermittlungen maßgeblich durch die Bereitstellung von Bedrohungsanalysen und Täterdaten.

Zuvor nutzen mehr als 1.800 kriminelle Abonnenten die Kratos-Plattform für schätzungsweise 15.000 Phishing-Kampagnen pro Monat. Betroffen waren seit Ende 2024 mehrere Hunderttausend Opfer in über 30 Ländern, mit Schwerpunkt Europa und Nordamerika.

TrendAI verfolgte Kratos bereits seit Dezember 2024

TrendAI verfolgte Kratos und dessen Vorläufer Sneaky2FA bereits seit Dezember 2024 und lieferte dem BKA seit 2025 Threat Intelligence, Infrastruktur-Fingerprinting sowie Analysen zu den Tätern. Diese Erkenntnisse trugen maßgeblich zum Erfolg der Ermittlungen bei.

Die Abo-Struktur von Kratos senkte die Einstiegshürde für Angreifer massiv. Der Takedown trifft damit nicht nur eine Einzelperson, sondern ein ganzes kriminelles Geschäftsmodell. Es ist zudem bereits die zweite große Kooperation dieser Art in diesem Jahr, nach der Zerschlagung von Tycoon 2FA im März 2026.

Eine Plattform dieser Größenordnung in einer einzigen koordinierten Aktion vom Netz zu nehmen, ist ein bedeutender Erfolg. Carsten Meywirth, Leiter der Abteilung Cybercrime beim BKA, bezeichnete dies „Pionierarbeit und ein deutliches Signal an andere Cyberakteure“.

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