KI-Bericht: Betrug an Verbrauchern massiv beschleunigt

Redaktion  |
KI-Bericht von NordVPN

NordVPN: KI beschleunigt den Betrug an Verbrauchern.

Vertrauen ist der neue Zero-Day: Bericht von NordVPN zeigt, wie KI den Betrug an Verbrauchern in neuem Ausmaß beschleunigt.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • Der Consumer Cybersecurity Report 2026 von NordVPN zeigt, dass Kriminelle generative KI und Betrugs-Baukästen nutzen. Damit wollen sie menschliches Vertrauen als primäre Schwachstelle ausnutzen.
  • Zu den zentralen Bedrohungen zählen Millionen blockierter Phishing-Angriffe auf bekannte Marken sowie Milliarden kompromittierter Session-Cookies. Diese können die Sicherheitsvorkehrungen wie die Multi-Faktor-Authentifizierung umgehen.

Bericht zur Verbraucher-Cybersicherheit

NordVPN, Anbieter von Cybersicherheitslösungen, hat seinen ersten umfassenden Bericht zur Verbraucher-Cybersicherheit veröffentlicht: Consumer Cybersecurity Report: Dismantling the Evolving Threat Landscape. Der Bericht stützt sich auf die Threat-Intelligence-Daten von NordVPN aus dem Zeitraum Januar bis Juni 2026 und beleuchtet aktuelle Trends, Metriken und Betrugsmethoden. Die Daten hat NordVPN durch reale Fallstudien ergänzt. Diese veranschaulichen die Mechanismen und die Raffinesse moderner Cyberangriffe. Kriminelle setzen zunehmend Tools wie generative KI und fortschrittliche Angriffsmethoden ein, um Verbraucher in großem Ausmaß ins Visier zu nehmen. 

Die zentrale Erkenntnis des Berichts: Die am häufigsten ausgenutzte Schwachstelle im Jahr 2026 ist nicht die Technik, sondern das menschliche Vertrauen. Angetrieben durch generative KI und die zunehmende Industrialisierung von Cyberbetrug hat sich die Cyberkriminalität von technischen Massenangriffen hin zu hochgradig zielgerichteten Kampagnen entwickelt. Dabei setzen Kriminelle Dringlichkeit, Gier und das Vertrauen in bekannte Marken gezielt als Waffe ein. Sofort einsatzbereite Betrugs-Baukästen, sogenannte „Fraud Kits“ und KI-Modelle ohne Sicherheitsbeschränkungen haben die Einstiegshürden für Kriminelle massiv gesenkt. Diese Bedrohungen bergen erhebliche Risiken für Privatpersonen. Sie können große Auswirkungen auf deren Finanzen, Privatsphäre und digitale Sicherheit haben.

Natürliche Instinkte ausgenutzt

„Cyberkriminelle machen sich unseren natürlichen Instinkt zunutze, dem zu vertrauen, was wir sehen und hören. Für diese Angriffe braucht man keine Expertenkenntnisse oder umfangreiche Ressourcen mehr. Jeder, der über eine Internetverbindung verfügt, kann sie durchführen. Ein einziger menschlicher Fehler ist heute wahrscheinlicher denn je. Die Folgen könnten verheerender sein als je zuvor“, erklärt Marijus Briedis, CTO bei NordVPN.

Der Bericht enthält zudem praktische Hilfestellungen, um Verbrauchern den Umgang mit neuen und bestehenden Risiken zu erleichtern. Dabei betont NordVPN, dass ein effektiver Schutz sowohl technische Abwehrmechanismen als auch ein wachsames Online-Verhalten und kritisches Hinterfragen im digitalen Alltag erfordert.

Zentrale Kennzahlen von NordVPN

  • Ausmaß der Bedrohung: NordVPN verarbeitet täglich über 12 Millionen einzigartige URLs. Insgesamt analysiert das Unternehmen jeden Monat rund 360 Millionen verschiedene Webadressen. Durchschnittlich blockiert es täglich 130.000 bösartige Seiten.
  • Malware ist die volumenmäßig größte Bedrohungskategorie. Allein im Januar 2026 blockierte NordVPN über fünf Millionen Malware-Versuche. Infostealer, die darauf ausgelegt sind, sensible Finanz- und Personendaten – darunter Anmeldedaten für Bankkonten, Kreditkarteninformationen, Kryptowährungs-Wallets und andere digitale Vermögenswerte – zu entwenden, gehören nach wie vor zu den größten Bedrohungen.
  • Phishing: Über 4,4 Millionen Phishing-Verbindungen sind blockiert. Bemerkenswert ist, dass 99 % der Angriffe lediglich 300 Marken imitieren. Microsoft (16,12 %), Roblox (12,32 %), Google (9,94 %) und Netflix (5,99 %) führen die Liste an.
  • Scams (Betrugsmaschen): Die .com-Domain ist für 43,2 % der abgefangenen Betrugsfälle verantwortlich, wobei gerade deren vermeintliche Vertrauenswürdigkeit sich ausnutzen lässt. Allein seit der Einführung der Funktion bis zum 16. Juni 2026 blockierte NordVPN fast 29.000 Betrugsanrufe und warnte mehr als 525.000 Nutzer vor solchen Anrufen.
  • Dark Web: 8,4 Millionen kompromittierte Konten wurden in nur 90 Tagen über die Dark-Web-Monitoring-Tools von NordVPN identifiziert.
  • Bei über 47 % der gehandelten Daten handelt es sich um physische Adressen und vollständige Namen. Dies unterstreicht, wie Angreifer digitale und reale Identifikatoren kombinieren, um umfassende Opferprofile zu erstellen.
  • Session-Hijacking: 94 Milliarden Cookies wurden zwischen Januar und Mai 2026 offengelegt. 1,2 Milliarden davon waren Session-Cookies, mit denen Angreifer Konten ohne Passwort kapern und dabei teilweise sogar die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) umgehen können.

 Methodik: Für diese Studie analysierte das Expertenteam von NordVPN interne Sicherheitssignale und glich diese mit relevanten externen Threat-Intelligence-Quellen ab. Sämtliche Analysen wurden auf aggregierter Ebene durchgeführt. Es wurden keine Informationen verarbeitet, die einem einzelnen Nutzer zugeordnet werden könnten.

 

 

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist laut dem Bericht im Jahr 2026 die größte Schwachstelle bei Cyberangriffen?

Die größte Schwachstelle ist nicht die Technik, sondern das menschliche Vertrauen, das Kriminelle durch den Einsatz generativer KI und maßgeschneiderter Kampagnen gezielt manipulieren.

Welche Marken werden bei Phishing-Versuchen am häufigsten vorgetäuscht?

Rund 99 % der Angriffe imitieren nur 300 bekannte Marken, wobei Microsoft, Roblox, Google und Netflix die Liste der am häufigsten gefälschten Identitäten anführen.

Warum ist das im Bericht erwähnte Session-Hijacking so gefährlich?

Durch offengelegte Session-Cookies können Angreifer Konten direkt und ohne Passwort kapern, wodurch selbst die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) umgangen wird.

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