Cyber-Bericht: Lösegeldforderungen sinken um ein Drittel.
Lösegeldforderungen bei Ransomware-Angriffen in Deutschland sinken um ein Drittel – das zeigt der aktuelle Sophos-Bericht. 45 Prozent der betroffenen Unternehmen in Deutschland zahlten im vergangenen Jahr Lösegeld – im Vorjahr waren es noch 63 Prozent.
Zusammenfassung (TL; DR):
- Laut dem aktuellen Sophos-Bericht sind die durchschnittlichen Lösegeldforderungen bei Ransomware-Angriffen in Deutschland binnen eines Jahres um ein Drittel auf 400.000 US-Dollar gesunken.
- Gleichzeitig ging die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen zurück, während die Mehrheit ihre Daten stattdessen aus Backups wiederherstellte.
- Angesichts des zunehmenden Einsatzes von KI durch Angreifer empfiehlt Sophos stärkere Identitätskontrollen, sichere Offline-Backups und ein integriertes Schwachstellen-Management.
„State of Ransomware“-Report – auch über Lösegeldforderungen
Sophos, Anbieter von Cybersicherheitslösungen, hat seinen siebten jährlichen „State of Ransomware“-Report veröffentlicht. Die herstellerunabhängige Studie unter IT- und Cybersecurity-Verantwortlichen untersucht die Auswirkungen von Ransomware auf Unternehmen und deren Bereitschaft zur Abwehr entsprechender Angriffe. Für den Ransomware-Report Deutschland 2026 wurden 139 IT- und Sicherheitsverantwortliche aus betroffenen deutschen Unternehmen befragt. Der diesjährige Bericht zeigt, dass die durchschnittlichen Lösegeldforderungen bei Ransomware-Angriffen innerhalb eines Jahres um ein Drittel gesunken sind – von 600.000 auf 400.000 US-Dollar. Die Kosten für die Wiederherstellung nach einem Angriff sind aber weiterhin gleich hoch.
„Während Ransomware-Gruppen mit KI experimentieren, steigt ihr Potenzial, wertvolle Daten schneller, in größerem Umfang und effektiver als je zuvor zu stehlen und als Druckmittel einzusetzen“, erklärt Ross McKerchar, Chief Information Security Officer bei Sophos. „Diese Entwicklung erfordert eine kontinuierliche Überwachung der häufigsten Angriffswege. Unsere Daten zeigen, dass gestohlene und kompromittierte gültige Benutzerkonten heute der wichtigste Einstiegspunkt sind. Gleichzeitig verschaffen leistungsfähigere offene KI-Modelle Angreifern zusätzliche Vorteile bei der Identifizierung und Ausnutzung von Schwachstellen. Unternehmen können sich daher nicht allein auf Patch-Management verlassen, sondern müssen ihre Angriffsfläche reduzieren und eine starke Endpoint Protection gewährleisten.“
Weitere zentrale Ergebnisse für Deutschland
- Die durchschnittlichen Lösegeldforderungen bei Ransomware-Angriffen sind innerhalb eines Jahres um ein Drittel gesunken – von 600.000 auf 400.000 US-Dollar.
- 45 Prozent der betroffenen Unternehmen in Deutschland zahlten im vergangenen Jahr Lösegeld und erhielten ihre Daten zurück; im Vorjahr waren es noch 63 Prozent.
- 61 Prozent der betroffenen Unternehmen stellten ihre Daten aus Backups wieder her.
- Die Kosten für die Wiederherstellung nach einem Angriff sind weiterhin gleich hoch.
„Unternehmen haben ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Ransomware im vergangenen Jahr deutlich verbessert, und diese Investitionen zahlen sich aus“, sagt Ross McKerchar. „Dennoch verursacht Ransomware weiterhin Kosten in Millionenhöhe. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von KI werden Angreifer Identitätsfehlkonfigurationen und Schwachstellen deutlich schneller und kostengünstiger aufspüren können. Unternehmen können sich nicht mehr darauf verlassen, dass Komplexität oder Intransparenz sie schützen. Gleichzeitig eröffnet dieselbe Technologie Verteidigern neue Möglichkeiten – vorausgesetzt, Prävention, Erkennung und Reaktion arbeiten als Teil einer integrierten Sicherheitsstrategie zusammen.“
Best Practices
- Identitäten als fundamentale Sicherheitsebene behandeln: Priorisierung von ITDR, Einsatz phishing-resistenter MFA und regelmäßige Überprüfung menschlicher sowie nicht-menschlicher Identitäten.
- In Backup- und Recovery-Infrastrukturen investieren: Backups regelmäßig testen, offline oder unveränderbar speichern und in den Incident-Response-Prozess integrieren.
- Programme zum Exposure Management etablieren: Konsequentes Patch-Management, Priorisierung internetexponierter Systeme und Nutzung KI-gestützter Technologien zur Schwachstellenidentifikation.
- Angriffsflächen über Firewalls reduzieren und Telemetriedaten nutzen: Automatisierte Updates sicherstellen, internetexponierte Dienste minimieren und Firewall-Telemetrie mit XDR- und MDR-Lösungen verknüpfen, um Angriffe frühzeitig zu erkennen.
Die Untersuchung wurde von Vanson Bourne im Auftrag von Sophos im ersten Quartal 2026 durchgeführt. Für den Ransomware-Report Deutschland 2026 wurden 139 IT- und Sicherheitsverantwortliche aus deutschen Unternehmen befragt, die in den vergangenen zwölf Monaten von Ransomware betroffen waren.
Häufige Fragen (FAQ)
Die durchschnittlichen Forderungen bei Ransomware-Angriffen sind um ein Drittel zurückgegangen – von 600.000 auf 400.000 US-Dollar.
Die Zahlungsbereitschaft ist deutlich gesunken: Nur noch 45 Prozent zahlten Lösegeld (im Vorjahr 63 Prozent), während 61 Prozent ihre Daten über Backups retteten.
Der primäre Angriffsvektor sind gestohlene und kompromittierte gültige Benutzerkonten, wobei Kriminelle zunehmend KI nutzen, um solche Identitäts-Schwachstellen schneller aufzuspüren.


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