Frank fordert mehr Früherkennung bei KRITIS

KRITIS: Cybervorfälle erfordern mehr Früherkennung

Frank Lange  |

KRITIS unter Beschuss: Cybervorfälle erreichen neuen Höchststand

Der drastische Anstieg der Cybersicherheitsvorfälle in deutschen KRITIS-Einrichtungen um 43 Prozent von 2023 auf 2024 ist ein deutliches Warnsignal für die gesamte Branche. Diese Entwicklung zeigt, dass Kritische Infrastrukturen zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen geraten, während gleichzeitig die digitale Abhängigkeit dieser Einrichtungen weiter wächst.

Der jüngste Cyberangriff auf die CDU-Parteizentrale im Frühjahr 2024 und auch der Angriff der russischen Hackergruppe APT 28 auf die SPD-Parteizentrale ab Dezember 2022 sind nur zwei Beispiele, die zeigen, wie gezielt staatlich gesteuerte Akteure demokratische Institutionen attackieren. Während im Fall der CDU mutmaßlich chinesische Angreifer über zwei Wochen lang Zugriff auf sensible Daten hatten, nutzte APT 28 eine unbekannte Schwachstelle in Microsoft Outlook, um SPD-E-Mail-Konten zu kompromittieren. Beide Angriffe verdeutlichen, dass Cyberoperationen zunehmend zur politischen Einflussnahme genutzt werden – ein Risiko, das auch KRITIS-Betreiber verstärkt im Blick haben müssen.

Besonders besorgniserregend ist der kontinuierliche Aufwärtstrend der letzten Jahre – von 385 Meldungen in 2021 auf nun 769 in 2024. Dies verdeutlicht, dass Cybersicherheit für KRITIS-Betreiber keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess sein muss. Mit der bevorstehenden Umsetzung der NIS2-Richtlinie Ende 2024 werden die Anforderungen an die IT-Sicherheit noch weiter steigen.

Unsere Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Cyberangriffe oft durch eine Kombination aus technischen Schwachstellen und mangelnder Angriffserkennung ermöglicht werden. KRITIS-Betreiber müssen daher nicht nur in moderne Sicherheitstechnologien investieren, sondern auch ihre Fähigkeiten zur Früherkennung und Reaktion auf Bedrohungen kontinuierlich verbessern. Ein effektives Security Information and Event Management (SIEM) ist dabei ebenso wichtig wie ein funktionierendes Incident Management.

Die Zeit für einen strategischen Ansatz in der KRITIS-Cybersicherheit ist jetzt. Betreiber sollten ihre Sicherheitsprogramme langfristig ausrichten und dabei besonders die Bereiche Angriffserkennung, Supply-Chain-Security und Notfallmanagement in den Fokus nehmen.

Autor

  • Frank fordert mehr Früherkennung bei KRITIS

    Frank Lange ist Technical Director bei Anomali in Deutschland. Mit mehr als zwanzig Jahren einschlägiger Berufserfahrung berät er Kunden bei der Früherkennung von Bedrohungen im Bereich Security Operations. In seiner Laufbahn verantwortete Herr Lange mehrere Architect-Positionen wie beispielsweise bei iSIGHT Partners/FireEye für den Bereich Threat Intelligence oder bei ArcSight/Hewlett-Packard Enterprise für den Bereich Security Information and Event Management (SIEM).

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