Krypto-Betrug auf Rekordniveau: Sicherheitsrisiken im digitalen Finanzmarkt.
Das vergangene Jahr war von einer deutlichen Zunahme von Krypto-Scams geprägt. Das trifft den Markt in einer Phase, in der Krypto-Assets und blockchainbasierte Anwendungen immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, etwa als Baustein für neue Finanzmodelle und als Thema in regulatorischen Diskussionen. Gleichzeitig wächst der Druck, die damit verbundenen Sicherheitsrisiken besser zu beherrschen.
Zusammenfassung (TL; DR):
- Das vergangene Jahr war von einer deutlichen Zunahme von Krypto-Scams geprägt.
- Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der massive Anstieg von Impersonation-Scams: Diese Form der Betrugsmasche nahm gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1.400 Prozent zu.
- Krypto-Betrug entwickelt sich zu einer systemischen Bedrohung, die eine breite Vielzahl von Akteuren im digitalen Asset-Ökosystem betrifft.
Cyberkriminelle agieren höchst professionell und nutzen Automatisierung sowie KI, um Angriffe effizienter und glaubwürdiger zu machen. Sie konnten im Jahr 2025 digitale Vermögenswerte im Wert von geschätzt 17 Milliarden US-Dollar erbeuten, wie der Chainalysis 2026 Crypto Scams Report zeigt. Damit erreicht Krypto-Betrug einen historischen Höchststand.
Zunehmende Bedrohungslage und veränderte Angriffsmuster
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der massive Anstieg von Impersonation-Scams: Diese Form der Betrugsmasche nahm gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1.400 Prozent zu. Dabei geben sich Täter gezielt als vertrauenswürdige Personen oder Organisationen aus, um Opfer zu manipulieren und Überweisungen von Kryptowerten zu autorisieren. Gleichzeitig zeigen Scams, die KI-gestützte Tools und Methoden einsetzen, eine deutlich höhere Wirksamkeit: Im Durchschnitt erzielten solche Angriffe einen 4,5-fach höheren finanziellen Ertrag als vergleichbare Betrugsformen ohne KI.
Zudem stieg der durchschnittlich pro Scam gezahlte Betrag im Vergleich zum Vorjahr spürbar an. Dies ist ein Hinweis darauf, dass nicht nur das Gesamtvolumen wächst, sondern auch die individuelle finanzielle Belastung für Betroffene zunimmt. Insgesamt verdeutlichen diese Entwicklungen, dass Betrüger ihre Aktivitäten zunehmend industrialisieren, indem sie Social Engineering, Automatisierung und eine zunehmend professionelle Infrastruktur kombinieren, um Angriffe zu skalieren und bestehende Schutzmechanismen effektiver zu umgehen.
Auswirkungen für Organisationen und Privatpersonen
Der starke Anstieg der Verluste zeigt, dass das Risiko längst nicht mehr auf einzelne technische Schwachstellen oder eine kleine Nutzergruppe beschränkt ist. Vielmehr entwickelt sich Krypto-Betrug zu einer systemischen Bedrohung, die eine breite Vielzahl von Akteuren im digitalen Asset-Ökosystem betrifft. Täter nutzen dabei psychologische Faktoren, technologische Fortschritte und Awareness-Lücken aus, um bestehende Sicherheitsmaßnahmen zu unterlaufen. Betroffen sind hierbei nicht nur Einsteiger, sondern auch erfahrene Nutzer und Organisationen die Krypto-Assets verwalten.
Fazit: Risikomanagement als Schlüssel gegen Krypto-Betrug
Die Rekordverluste machen deutlich, dass Krypto-Betrug ein dauerhaftes, dynamisches Risiko darstellt, das sich nicht allein durch technische Schutzmaßnahmen eindämmen lässt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Technologie, Prozessen und menschlichem Verhalten. Angreifer setzen nicht nur auf moderne Werkzeuge, sondern zielen gezielt auf die Manipulation von Vertrauen, Entscheidungsprozessen und Routinen ab und können dadurch Diebstahl in großem Maßstab ermöglichen. Umso wichtiger ist ganzheitliches Risikomanagement, das neben technischen Kontrollen auch kontinuierliche Security-Awareness-Maßnahmen, wirksame Authentifizierungsmechanismen sowie eine gezielte Sensibilisierung für Social-Engineering-Taktiken umfasst.



