Ein Backup kann gegen einen Datenverlust schützen. Das wichtigste Gut eines Unternehmens in der heutigen Zeit sind seine Daten.
Was ist ein Backup? – Definition
Ein Backup (auch: Datensicherung) ist eine vollständige oder teilweise Kopie von Daten, die auf einem vom Primärsystem getrennten Speichermedium abgelegt wird. Ziel ist es, bei Datenverlust durch Hardware-Ausfall, menschliches Versagen, Ransomware-Angriffe oder Katastrophen eine vollständige Wiederherstellung der Originaldaten zu ermöglichen.
Abgrenzung: Ein Backup unterscheidet sich von einem Archiv (Langzeitaufbewahrung unveränderlicher Daten) und einem Snapshot (zeitpunktbezogener Systemzustand, meist ohne Offsite-Kopie).
Es ist entscheidend, diese Daten entsprechend vor unberechtigtem Zugriff zu schützen und sich gleichzeitig aktiv auf mögliche Datenverlustszenarien. Zumindest hilft ein Backup dabei, die Konsequenzen des Datenverlustes zu minimieren.
Ransomware-Angriffe stellen in der heutigen Zeit eine der größten Gefahren für den Datenverlust dar. Die Möglichkeiten eines Datenverlusts beschränken sich jedoch nicht auf einen Ransomware-Angriff, es ist ebenfalls möglich, dass ein Hardwaredefekt oder ein unerwartetes Sturmereignis zu einem Datenverlust führt. Wie Sie sich gegen Elementarereignisse schützen können, können Sie hier nachlesen.
Ein Datenverlust hat in jedem Fall teure Konsequenzen für ein betroffenes Unternehmen.
Aus diesem Grund ist es wichtig, sich durch ein Datensicherungskonzept gegen solch ein Szenario zu schützen.
Warum Backups geschäftskritisch sind
Backups sind keine optionale Vorsichtsmaßnahme – sie sind eine regulatorische und operative Notwendigkeit. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Ransomware: Laut BSI-Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2023 sind Cyberangriffe mit Ransomware die größte Bedrohung aus dem Cyberraum. Ein funktionsfähiges, vom Netzwerk getrenntes Backup entscheidet nach einem Angriff darüber, ob Daten ohne Lösegeldzahlung wiederhergestellt werden können.
- 3-2-1-Backup-Regel: Mindestens 3 Datenkopien, auf 2 verschiedenen Medientypen, davon 1 Kopie extern. Die Regel ist eine verbreitete Faustregel für robuste Datensicherungskonzepte.
- RPO & RTO: Das Recovery Point Objective (RPO) definiert den maximal tolerierbaren Datenverlust in Zeit, das Recovery Time Objective (RTO) die maximal tolerierbare Ausfallzeit. Beide Werte legt jedes Unternehmen anhand der Kritikalität seiner Systeme selbst fest.
- DSGVO: Art. 32 DSGVO verlangt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, darunter die Fähigkeit, die Verfügbarkeit personenbezogener Daten nach einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen – ohne Backups kaum zu erfüllen.
- BSI IT-Grundschutz: Der Baustein CON.3 (Datensicherungskonzept) behandelt die Planung und Umsetzung von Datensicherungen.
- Backup-Versionen: Mehrere Generationen (etwa nach dem Großvater-Vater-Sohn-Prinzip) sollten vorgehalten werden, um auch verzögert erkannte Datenschäden rückgängig machen zu können.
- Verschlüsselung: Backups mit sensiblen Daten sollten verschlüsselt werden – bei der Übertragung und im Ruhezustand –, und die Schlüssel sollten getrennt vom Backup aufbewahrt werden.
Backup-Typen im Vergleich: Voll, inkrementell und differenziell
| Backup-Typ | Gesicherte Daten | Speicherbedarf | Wiederherstellungszeit | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Vollbackup | Alle Daten | Hoch | Kurz | Wöchentlich als Basis |
| Inkrementelles Backup | Änderungen seit letztem Backup | Gering | Länger (Kette) | Täglich |
| Differenzielles Backup | Änderungen seit letztem Vollbackup | Mittel | Mittel | Täglich/mehrmals wöchentlich |
Backup-Strategie für KMU: So gehen Sie vor
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollten eine dokumentierte Backup-Strategie nach folgenden Schritten aufbauen:
- Datenkategorisierung: Welche Daten sind geschäftskritisch? (ERP, Kundendaten, E-Mails)
- RPO & RTO festlegen: Wie viel Datenverlust und Ausfallzeit sind tolerierbar?
- 3-2-1-Regel umsetzen: z. B. lokales NAS + externe Festplatte + verschlüsseltes Cloud-Backup
- Automatisierung: Backups möglichst automatisieren – Backup-Software übernimmt Zeitplan, Protokollierung und Benachrichtigung
- Verantwortlichkeit: Einen Backup-Verantwortlichen benennen und Prozesse dokumentieren
Backup testen: Anleitung für Wiederherstellungsübungen
Ein Backup ist nur so gut wie sein letzter erfolgreicher Restore-Test. Empfohlenes Vorgehen:
- Testumgebung isolieren: Restore niemals direkt in die Produktivumgebung
- Datensatz auswählen: Repräsentativen Datensatz (z. B. Datenbank-Dump, Ordnerstruktur) auswählen
- Wiederherstellung durchführen: Backup vollständig einspielen und Vollständigkeit prüfen
- Integrität validieren: Prüfsummen (z. B. SHA-256) vor und nach dem Restore vergleichen
- Ergebnis dokumentieren: Datum, Dauer, Ergebnis und Verantwortlicher schriftlich festhalten
- Rhythmus: Regelmäßig und nach größeren Systemänderungen; kritische Systeme häufiger
Backup nach Ransomware-Angriff: Was jetzt zu tun ist
Wird ein Ransomware-Angriff erkannt, sind Backups der entscheidende Rettungsanker:
- Systeme sofort isolieren: Netzwerkverbindung trennen, um Ausbreitung zu stoppen
- Backup-Integrität prüfen: Sicherstellen, dass Backups nicht ebenfalls verschlüsselt wurden (Offline-Backup bevorzugen)
- Sauberen Wiederherstellungspunkt identifizieren: Letztes Backup vor dem Infektionszeitpunkt wählen
- Systeme neu aufsetzen: Kompromittierte Systeme vollständig neu installieren – kein Restore auf infizierte Umgebung
- Restore durchführen: Daten aus validiertem Backup einspielen
- Vorfall melden: BSI-Meldepflicht prüfen (KRITIS) und ggf. Datenschutzbehörde informieren (DSGVO Art. 33, 72-Stunden-Frist)
Häufige Fragen zum Backup
Was ist ein Backup?
Ein Backup (Datensicherung) ist eine Kopie von Daten, die auf einem separaten Medium gespeichert wird, um bei Datenverlust – etwa durch Ransomware, Hardware-Ausfall oder menschliches Versagen – eine vollständige Wiederherstellung zu ermöglichen.
Was ist die 3-2-1-Backup-Regel?
Die 3-2-1-Regel besagt: Halten Sie mindestens 3 Kopien Ihrer Daten vor, speichern Sie sie auf 2 verschiedenen Medientypen und bewahren Sie 1 Kopie an einem externen Standort auf. So bleibt eine Sicherung verfügbar, selbst wenn ein Medium oder ein Standort ausfällt.
Wie oft sollte ein Backup durchgeführt werden?
Die Häufigkeit richtet sich danach, wie viel Datenverlust im Ernstfall tragbar ist (Recovery Point Objective, RPO). Je kritischer die Daten sind und je häufiger sie sich ändern, desto häufiger sollte gesichert werden.
Was ist ein Offline-Backup?
Ein Offline-Backup (Air-Gap-Backup) ist eine Datensicherung, die physisch vom Netzwerk getrennt aufbewahrt wird. Da Ransomware nur erreichbare Laufwerke verschlüsseln kann, schützt ein Offline-Backup besonders wirksam vor Erpressungssoftware.
Was sind die Unterschiede zwischen vollem, inkrementellem und differenziellem Backup?
Ein Vollbackup sichert alle Daten. Ein inkrementelles Backup sichert nur Änderungen seit dem letzten Backup (schnell, platzsparend). Ein differenzielles Backup sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup (schnellere Wiederherstellung als inkrementell, aber mehr Speicherbedarf).
Wie teste ich, ob mein Backup funktioniert?
Backups sollten regelmäßig durch Wiederherstellungsübungen (Restore-Tests) geprüft werden, zusätzlich nach größeren Änderungen an den Systemen. Dabei wird ein definierter Datensatz aus dem Backup vollständig wiederhergestellt und auf Vollständigkeit sowie Integrität geprüft. Erst ein erfolgreicher Restore-Test zeigt, dass ein Backup im Ernstfall nutzbar ist.
Welche gesetzlichen Anforderungen gelten für Backups?
Art. 32 DSGVO verlangt geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, darunter die Fähigkeit, die Verfügbarkeit personenbezogener Daten und den Zugang zu ihnen nach einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen; Backups sind dafür ein zentrales Mittel. Der BSI IT-Grundschutz behandelt die Datensicherung im Baustein CON.3 (Datensicherungskonzept), ISO/IEC 27001:2022 als Maßnahme 8.13 im Anhang A.
