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Romance Scams: So können Banken ihre Kunden besser schützen

Redaktion  |
Romance Scams
Bild: birgl @Pixabay

Romance Scams: So können Banken ihre Kunden besser schützen

Romance Scams, auch Liebesbetrug genannt, sind weltweit auf dem Vormarsch. Die Täter nutzen dabei falsche Identitäten, emotionale Manipulation und täuschen eine Liebesbeziehung vor. So bringen sie ihre Opfer dazu, ihnen Geld zu überweisen.

Die Betrugsmasche hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und ist deutlich komplexer geworden. Für die Betroffenen bedeutet das im Einzelfall oft erhebliche finanzielle Schäden.

Laut dem Global State of Scams 2023 Report sind weltweit 78 Prozent der Befragten im Jahr 2022 Opfer von Betrug geworden. Sogenannte Romance Scams machten dabei einen Anteil von über 10 Prozent aus. Vor allem Facebook und WhatsApp nutzen die Betrüger als Plattformen der Wahl. Alarmierend ist auch, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Opfer den Betrug bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt hat. BioCatch, Unternehmen im Bereich der intelligenten Betrugserkennung, gibt Empfehlungen, wie Banken ihre Kunden vor Romance Scams schützen können.

Romance Scams: Betrugsrisiko gestiegen, so schützen Banken ihre Kunden

Die steigende Zahl von Betrugsfällen, darunter auch Romance Scams, führt dazu, dass Verbraucher und Behörden von Banken und anderen Finanzinstituten verstärkte Schutzmaßnahmen fordern. Auch der Ruf nach einer Entschädigung der Opfer durch Banken wird immer lauter. Diese hängt in Deutschland von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von den Umständen des Falles und davon, inwieweit das Finanzinstitut oder das Opfer die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten hat. Besonders komplex ist die Situation, wenn der Geschädigte die Transaktion autorisiert hat. Mit der Einführung von PSD3 und FiDA will die Europäische Union den Verbraucherschutz weiter stärken.

Romance Scams stellen eine besondere Herausforderung dar, weil ein legitimer Benutzer manipuliert wird und die Überweisung auslöst. Dadurch sind sie schwer zu identifizieren und zu verhindern. Die Opfer agieren von bekannten Geräten und Standorten aus, was die Betrugserkennung durch herkömmliche, auf Basisdaten basierende Kontrollen erschwert.

Neben digitalen Signalen können auch demografische Daten wichtige Erkenntnisse für Finanzinstitute liefern. Eine Untersuchung von Javelin Strategy & Research zeigt, dass Männer fast dreimal häufiger Opfer von Romance Scams werden als Frauen.

Tracy Kitten, Director of Fraud and Security bei Javelin Strategy & Research, erläutert: „Ein wichtiger Schritt bei der Aufklärung von Betrugsfällen besteht darin, den Opfern klarzumachen, dass sie keine Schuld trifft, und sie so zu ermutigen, diese Straftaten anzuzeigen. Banken müssen eine Schlüsselrolle bei der Aufklärung und dem Schutz ihrer Kunden spielen, indem sie die Verhaltensmuster verschiedener Kundengruppen verstehen, wissen, wie potenzielle Opfer von Kriminellen angesprochen werden, und indem sie ihre Kunden darauf aufmerksam machen, wie ein Betrug ablaufen kann.“

Tipps zur Betrugserkennung

Um Romance Scams wirksam zu bekämpfen, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der nicht nur das Verhalten der Opfer berücksichtigt, sondern auch die Vorgehens- und Verhaltensweisen der Betrüger analysiert. Typische Beispiele sind plötzliche Kontoeröffnungen, hohe Ein- und Auszahlungen, häufige und schnelle Logins, die Verwendung von VPN-Proxys und Unstimmigkeiten zwischen SIM- und IP-Adressen. Auch Verhaltensweisen, die auf sogenannte Money Mules hindeuten, sind potenzielle Risikosignale.

„Opfer von Romance Scams haben oft mit schwerwiegenden finanziellen und psychologischen Folgen zu kämpfen“, erklärt Alexander Ramm, Sales Director DACH bei BioCatch. „Wir setzen uns dafür ein, dass Banken ihre Kunden vor Betrug schützen können. Unsere Erfahrung zeigt, dass die bisherigen Aufdeckungsmethoden nicht ausreichen. Deshalb schlagen wir einen neuen Ansatz vor, bei dem wir unser Wissen über das Verhalten von Betrügern nutzen, um sie effektiver zu identifizieren. Diese Informationen geben wir an die Banken weiter, damit sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen können, um ihre Kunden vor finanziellen Verlusten zu bewahren.“

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