PITS 2026 – Rückblick auf zwei intensive Tage in Berlin

Norbert Pohlmann  |

PITS 2026 – Rückblick auf zwei intensive Tage in Berlin

Zwei Tage, unzählige Gespräche, viele gute Debatten – die PITS (Public IT Security) hat auch 2026 wieder gezeigt: Deutschland führt die richtigen Diskussionen rund um Cyber-Sicherheit und digitale Resilienz im öffentlichen Sektor. Gleichzeitig wurde deutlich, wo die eigentlichen Hürden liegen – nicht bei der Überzeugung, sondern bei der Umsetzung. Zwei Panels sind besonders erwähnenswert.

📌 Forum 3.5 – Cyber-Dome für Deutschland

Die Diskussion war kontrovers, das Publikum entsprechend aufmerksam. Mein Gegenüber lehnte die Idee eines Cyber-Domes grundsätzlich ab. Ich sehe das anders.

Ein Cyber-Dome ist kein Produkt, das man kauft und einfach aufsetzt. Es ist eine koordinierte nationale Schutzinfrastruktur – getragen gemeinsam von Unternehmen, Behörden und weiteren Organisationen –, die Früherkennung, Analyse und Abwehr von Cyberangriffen systematisch bündelt.

Genau das braucht Deutschland, um Behörden, kritische Infrastrukturen und Unternehmen wirksam zu schützen. Das Publikum schien dieser Einschätzung zu folgen. Die eigentliche Hürde liegt also nicht in fehlender Überzeugung, sondern in der noch fehlenden Umsetzung.

📌 Forum 4.3 – Wie stark ist die Cyber-Nation Deutschland?

Hier herrschte weitgehend Einigkeit über die Richtung: gemeinsame Kompetenzzentren, abgestimmte Technologien und deutlich mehr Investitionen in Cyber-Sicherheit. Bund, Länder, Kommunen und rund drei Millionen Unternehmen müssen dabei an einem Strang ziehen.

Was mich optimistisch stimmt: Diese Einigkeit war auf der PITS spürbar wie selten zuvor. Was offen blieb: Die Frage, wer konkret die Verantwortung übernimmt, konnte auch diesmal nicht beantwortet werden.

Fazit

Die PITS 2026 hat einmal mehr gezeigt: Der fachliche Konsens in der deutschen Cyber-Sicherheitsdebatte wächst. Die nächste – und schwierigere – Aufgabe liegt jetzt darin, aus Einigkeit auch konkrete Strukturen, Zuständigkeiten und Umsetzung zu machen.

Statements anderer Teilnehmer

PITS
Jörg von der Heydt, Regional Director DACH bei Bitdefender

„Die Veranstaltung hat gezeigt, dass Themen wie digitale Souveränität inzwischen ganz oben auf der Agenda von Politik und Verwaltung stehen. Besonders spannend waren die Podiumsdiskussionen, weil dort Vertreter aus dem Public Sector mit konkreten Projekten und Praxiserfahrungen offen in den Austausch gegangen sind. Deutlich wurde auch, dass digitale Souveränität nur auf einer soliden IT-Sicherheitsbasis funktionieren kann und Kommunen dafür realistische, umsetzbare Lösungen benötigen. Schade war allerdings, dass der direkte Austausch mit den Teilnehmern zu kurz kam, da viele unmittelbar von einem Programmpunkt zum nächsten wechselten und kaum Zeit für Gespräche an den Ausstellerständen blieb. Insgesamt war die Veranstaltung dennoch ein wertvoller Impulsgeber für den Dialog zwischen Verwaltung und IT-Wirtschaft.“

 

Michael Zein, Vice President Sales bei DriveLock

„Besonders spannend fand ich, wie stark digitale Souveränität und der sichere Umgang mit KI in diesem Jahr in den Mittelpunkt rückten – und dass das Motto den oft unterschätzten menschlichen Faktor sichtbar gemacht hat. Aus Sicht von DriveLock SE war das hochrelevant, denn genau an dieser Schnittstelle arbeiten wir: souveräne Endpoint-Sicherheit und sicherer Datenaustausch „Made in Germany” (idgard), die Behörden auch dann schützen, wenn KI die Angriffsseite professionalisiert und der Mensch das eigentliche Einfallstor bleibt. Zu kurz kam aus meiner Sicht aber die konkrete Umsetzungsebene: Wie kommen Bund, Länder und vor allem die Kommunen von Strategie und Regulierung (NIS2, BSI) tatsächlich in die operative Praxis? Hier braucht es mehr Diskussion über souveräne, alltagstaugliche Lösungen am Endpoint und beim sicheren Datenaustausch.”

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