Cloudflare Report: Rückkehr staatlicher Sperren, Kabelschäden und geopolitische Konflikte.
Cloudflare hat seinen Bericht zu Internetstörungen im 1. Quartal 2026 veröffentlicht, in dem die Auswirkungen und Ursachen von weltweiten Internetausfällen detailliert beschrieben werden. Mit einem der größten Netzwerke der Welt und einer Präsenz in über 330 Städten und mehr als 125 Ländern, verfügt das Unternehmen über einzigartige Einblicke in die globale Funktionsweise des Internets.
Zusammenfassung (TL; DR):
- Der Cloudflare Report für das erste Quartal 2026 zeigt eine Zunahme staatlich angeordneter Internetsperren, insbesondere während politischer Krisen und Wahlen in Ländern wie dem Iran und der Republik Kongo.
- Neben politischer Zensur gefährden zunehmend gezielte Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen in Konfliktzonen sowie Extremwetterereignisse die globale Konnektivität.
- Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Verwundbarkeit der digitalen Infrastruktur durch geopolitische Spannungen und physische Schäden an Unterseekabeln
Der Report zeigt im Vergleich zum Vorquartal eine deutliche Verschiebung: Die Ausfallursachen reichen von gezielten politischen Abschaltungen über anfällige Infrastrukturen bis hin zu den wachsenden Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf die Stabilität des Internets.
Im Folgenden die wichtigsten Highlights aus dem ersten Quartal 2026:
- Rückkehr staatlicher Sperren: Länder wie Uganda, der Iran und die Republik Kongo verhängten weitreichende Einschränkungen. Damit kehrt sich der rückläufige Trend des Vorquartals um und die Nutzung des Internets als Instrument politischer Kontrolle wird erneut unterstrichen.
- Längster Ausfall im Iran seit Jahren: Vom 8. bis zum 21. Januar sank der Datenverkehr fast auf null. Die Konnektivität wurde durch strenge Filterung, Whitelists und sogenannte „weiße SIM-Karten“ drastisch limitiert, sodass nur noch ausgewählte Nutzer auf staatlich genehmigte Seiten zugreifen konnten.
- Wahlbedingte Abschaltungen: In der Republik Kongo fiel der Internetverkehr während der Präsidentschaftswahlen für rund 60 Stunden nahezu komplett aus. Dies spiegelt Muster vergangener Wahlzyklen wider und verdeutlicht, dass die Konnektivität in kritischen politischen Momenten weiterhin routinemäßig gekappt wird.
- Cloud-Infrastruktur in Konfliktzonen: Drohnenangriffe auf AWS-Rechenzentren im Nahen Osten führten zu vermehrten Verbindungsausfällen und offenbarten neue Risiken für global verteilte Anwendungen. Die Angriffe verursachten strukturelle Schäden, unterbrachen die Stromversorgung und machten teils Löscharbeiten erforderlich, die wiederum zusätzliche Wasserschäden nach sich zogen.
- Extremwetter und Kabelschäden als Hauptrisiken: Stürme, beschädigte Unterseekabel und technische Ausfälle legten erneut kritische Schwachstellen offen. Sie verursachten weitreichende Schäden und Stromausfälle unter anderem in Portugal, der Republik Kongo und bei Orange Guinée (Guinea).



