Ist der Fachkräftemangel in der Cybersicherheit gewollt?

Ist der Fachkräftemangel in der Cybersicherheit gewollt?

Ist der Fachkräftemangel in der Cybersicherheit gewollt?

 Der im Zuge des World Economic Forums (WEF) in Davos veröffentlichte Bericht Global Cybersecurity Outlook zeigt, was die Security-Community bereits wusste, aber immer wieder ignorierte: Der Fachkräftemangel in der Cybersicherheit ist eine Entscheidung und keine unvermeidbare Situation.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • Organisationen, die von „unzureichender Resilienz” berichten, melden auch einen gravierenden Fachkräftemangel und eine schwache Reaktion auf Vorfälle.
  • Regierungen weltweit, die es mit der Cyber-Resilienz ernst meinen, werden Ausbildungsprogramme finanzieren, unterfinanzierte Sektoren unterstützen und defensive Cyber-Operationen als zentrale Aufgabe der nationalen Sicherheit behandeln – und nicht als optionale Haushaltsposten.

Nationalstaatliche Akteure und organisierte cyberkriminelle Vereinigungen führen koordinierte Operationen durch, während Krankenhäuser, Schulen und Betreiber kritischer Infrastrukturen Schwierigkeiten haben, ihre Sicherheitsteams adäquat zu besetzen. Der Zusammenhang ist eindeutig: Organisationen, die von „unzureichender Resilienz” berichten, melden auch einen gravierenden Fachkräftemangel und eine schwache Reaktion auf Vorfälle. Bei den Organisationen, die sich selbst als widerstandsfähig betrachten wird eine minimale Einschränkungen hinsichtlich der Fachkenntnisse angegeben.

Die Kluft ist nicht subtil. Sicherheitsteams sind die Verteidiger ihrer IT-Systeme an vorderster Front in Sektoren, auf die die Gesellschaft täglich angewiesen sind. Sie werden aufgefordert, mit minimaler Besetzung gegen hochentwickelte, gut ausgestattete Gegner vorzugehen. Die im Bericht veröffentlichten Daten machen das Ungleichgewicht deutlich.

Fachkräftemangel –  Ausbildung erfordert Zeit und Investitionen

Ausbildung erfordert Zeit und Investitionen. Es geht um echte praktische Arbeit zur Entwicklung tatsächlicher Talente, nicht nur um Sensibilisierungskampagnen. KI-Tools helfen, aber sie als Ersatz für qualifizierte Menschen zu betrachten, ist Wunschdenken.

Regierungen weltweit, die es mit der Cyber-Resilienz ernst meinen, werden Ausbildungsprogramme finanzieren, unterfinanzierte Sektoren unterstützen und defensive Cyber-Operationen als zentrale Aufgabe der nationalen Sicherheit behandeln – und nicht als optionale Haushaltsposten. Es ist eine Entscheidung, Krankenhäuser, Kommunen und wichtige Dienstleistungen allein mit den Cyberangriffen von Nationalstaaten fertig werden zu lassen. Eine Entscheidung, die anerkannt werden muss, bevor sie korrigiert werden kann. Der Bericht dokumentiert das Problem klar und deutlich. Was fehlt, ist eine politische Reaktion, die der Bedrohung angemessen ist.

Weitere Inhalte zum Thema

Logo Newsletter IT-Sicherheit

Nichts mehr verpassen!

Mit Klick auf „Newsletter anmelden“ erhalten Sie unseren Newsletter. Die Anmeldung wird erst aktiv, nachdem Sie den Bestätigungslink in der E-Mail angeklickt haben. Datenschutzerklärung

Autor

  • Ist der Fachkräftemangel in der Cybersicherheit gewollt?
    : Anbieter

    Rob T. Lee ist ein US-amerikanischer Cybersicherheitsexperte, der seit Juli 2024 als Chief AI Officer (CAIO) und Chief of Research am SANS Institute tätig ist. Er gilt als Pionier in den Bereichen digitale Forensik und Incident Response (DFIR). Seit über 20 Jahren in leitenden Positionen tätig, unter anderem als Chief Curriculum Director und Head of Faculty. Er entwickelte maßgebliche Kurse wie FOR500 (Windows Forensic Analysis) und FOR508 (Advanced Incident Response).  Er war Gründungsmitglied der 609th Information Warfare Squadron der US Air Force, der ersten Einheit für Informationsoperationen. Später arbeitete er für die NSA und CIA.