KI-Agenten unter Kontrolle halten – fünf Tipps für CISOs

Frank Schwaak  |
Agenten-KI und die Zukunft der Cyber-Sicherheit AI KI-Agenten

KI-Agenten unter Kontrolle halten – fünf Tipps für CISOs.

KI-Agenten sind bereits in vielen deutschen Unternehmen fest etabliert. Eine Studie von Rubrik Zero Labs von 2025 unter 1.625 Entscheidungsträgern in der IT-Sicherheit in Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitenden zeigt: 84 Prozent der Befragten in Deutschland haben KI-Agenten bereits vollständig oder teilweise in ihre Identitätsinfrastruktur integriert, weitere 14 Prozent planen dies in naher Zukunft. KI-Agenten agieren immer stärker autonom und gewinnen mehr direkten Einfluss auf geschäftskritische Prozesse. Für CISOs entstehen dadurch neue Risiken: Trifft ein KI-Agent eigenständig Entscheidungen falsch, kann dies Daten, Systeme oder gar die Geschäftskontinuität gefährden.

Zusammenfassung (TL; DR):

  • KI-Agenten sind bereits in vielen deutschen Unternehmen fest etabliert.
  • Eine Studie von Rubrik Zero Labs von 2025 unter 1.625 Entscheidungsträgern in der IT-Sicherheit in Unternehmen mit 500 oder mehr Mitarbeitenden zeigt: 84 Prozent der Befragten in Deutschland haben KI-Agenten bereits vollständig oder teilweise in ihre Identitätsinfrastruktur integriert, weitere 14 Prozent planen dies in naher Zukunft.
  • KI-Agenten agieren immer stärker autonom und gewinnen mehr direkten Einfluss auf geschäftskritische Prozesse.

Gartner prognostiziert, dass bis Ende 2027 mehr als 40 Prozent der Projekte mit KI-Agenten eingestellt werden – weil sich die Risiken als zu groß erweisen oder die Kosten außer Kontrolle geraten. Dem entgegenzuwirken, erfordert einen völlig neuen Ansatz für Cybersecurity: Unternehmen müssen proaktiv Grenzen setzen, Verhalten kontinuierlich überwachen und die Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg fördern – nur dann können sie die Stärke sicher und effektiv nutzen.

Gerade weil KI-Agenten immer autonomer werden, ist es entscheidend, Cybersecurity und Kontrollmechanismen bereits vor der Einführung zu verankern und eine tragfähige Resilienz aufzubauen.

Wie wird eine KI-Agenten-Strategie zukunftssicher? Fünf Empfehlungen

 

KI-Systeme mit Sicherheit und Recovery-Fähigkeit als Basis entwickeln

Unternehmen sollten sicherstellen, dass Cybersecurity und Zuverlässigkeit von Beginn an nach dem Prinzip „Secure by Design“ eingebaut werden. Das bedeutet: Probleme nicht erst nachträglich zu lösen, sondern von Tag eins an mitzudenken und sicherzustellen, dass jede Handlung erklärbar und rückgängig zu machen ist. Resilienz muss ein Kernbestandteil des Ansatzes sein – nicht etwas, das man später nachrüstet.

Vorsorge für Recovery

KI-Agenten werden zwangsläufig Fehler machen. Wenn ein Agent „aus dem Ruder läuft“, müssen Unternehmen exakt wissen, was passiert ist, und den Ausgangszustand schnell wiederherstellen können. Logfiles allein reichen dafür jedoch nicht aus. Erforderlich sind wirksame Data-Recovery-Fähigkeiten, um jederzeit zum Zeitpunkt vor dem Fehler zurückkehren zu können und so die Geschäftskontinuität abzusichern.

Für Mehrfachfehler-Toleranz auslegen

KI-Agenten arbeiten häufig im Verbund, und Fehler können sich schnell verbreiten und auf andere auswirken. Deshalb sollten Systeme so konzipiert sein, dass ein einzelner Fehler nicht unmittelbar zu großflächigen Betriebsstörungen führen kann. Agentenaktionen sollten, wo immer möglich, isoliert werden – das verhindert, dass sich ein kleiner Fehler zu einem schwerwiegenden Vorfall ausweitet.

Agentenberechtigungen als privilegierten Zugriff klassifizieren

Agenten stoppen nicht einfach, wenn etwas schiefläuft und so können sie unkontrollierte Aktionen in übermenschlicher Geschwindigkeit ausführen, bevor eingeschritten werden kann. Vorfälle zeigen, dass Fehler von Agenten sehr unterschiedliche Folgen haben können: von technischen Störungen und rechtlichen Problemen bis hin zum versehentlichen Löschen ganzer Produktionsdatenbanken. Agenten sollten daher nur über die Zugriffe verfügen, die sie tatsächlich benötigen – so wie es auch bei Mitarbeitenden üblich ist. Der Zero-Trust-Ansatz gilt also auch hier. Strenge Zugriffskontrollen sind essenziell, insbesondere wenn Agenten mit Kundendaten oder geschäftskritischen Prozessen interagieren.

Volle Transparenz und Kontrolle bei KI-Agenten gewährleisten

Ebenfalls notwendig: KI-Forensik-Fähigkeiten, über die laut Rubrik-Erkenntnissen weniger als zehn Prozent der Unternehmen verfügen. Deswegen sollten Verantwortliche sicherstellen, den gesamten Prozess beobachten und auditieren zu können: vom ersten Prompt bis zum finalen Ergebnis. So lässt sich jederzeit nachvollziehen, was wann und an welcher Stelle geschehen ist. Bei Bedarf können verantwortliche Mitarbeitende eingreifen oder gar Aktionen rückgängig machen. Voraussetzung: robuste Daten-Transparenz und Auditierbarkeit, die über klassische Logfiles hinausgeht und echte Umkehrbarkeit erlaubt.

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