Interview mit Ekkehard Trümper, Projektdirektor protekt, Leipziger Messe

Am 13. und 14. November 2018 nimmt die Konferenz und Fachausstellung protekt in Leipzig sämtliche KRITIS-Bereiche in den Fokus. Im Interview erklärt Ekkehard Trümper, Projektdirektor bei der Leipziger Messe, welche Schwerpunkte, Speaker, Aussteller und Networking-Möglichkeiten auf die Teilnehmer warten.

IT-S Redaktion: Was unterscheidet die protekt von anderen Sicherheitsveranstaltungen?

Trümper: In der jüngeren Vergangenheit kam es in vielen Bereichen kritischer Infrastrukturen zu Vorfällen, die zu Beeinträchtigungen im Betrieb oder sogar vorübergehenden Ausfällen führten. Diese Ereignisse machen deutlich, wie hoch der Bedarf an Schutzmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen ist. Die Konferenz und Fachausstellung protekt in Leipzig kommt eben dem nach.

Am 13. und 14. November 2018 wendet sie sich zum dritten Mal als einzige Fachveranstaltung an alle KRITIS-Sektoren und verzahnt IT-Sicherheit und physischen Schutz. In Vorträgen werden sowohl Schwerpunktthemen der beiden Bereiche beleuchtet, als auch übergreifende Fragestellungen ausführlich behandelt. Neben dem hochkarätigen Konferenzprogramm erwartet die Teilnehmer eine Fachausstellung, in der zahlreiche Unternehmen ihre innovativen Produkten und Lösungen präsentieren.

IT-S Redaktion: Der Schutz kritischer Infrastrukturen hat auch von politischer Seite in den letzten Jahren viel Unterstützung erfahren. Inwiefern findet sich dieser Aspekt auf der protekt wieder?

Trümper: Die Politiker sind sich der Brisanz des Themas durchweg bewusst. Die Vorgaben des IT-Sicherheitsgesetzes stellen beispielsweise ein wesentliches Rahmenwerk für Betreiber dar. Ein Beleg für die politische Aufmerksamkeit ist auch die Übernahme der Schirmherrschaft für die protekt durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sowie den Freistaat Sachsen. Die Bedeutung staatlicher Vorgaben für das Thema wird darüber hinaus in verschiedenen Vorträgen hochrangiger Vertreter deutlich. Im Einführungsvortrag des BMI gewinnen die Zuhörer ein politisch-strategisches Bild zum KRITIS-Bereich - vom Status quo bis hin zu strategischen Überlegungen für die Zukunft des Bereichs.

IT-S Redaktion: Insbesondere im Bereich der IT-Sicherheit häufen sich Vorfälle. Welche Themen behandelt die protekt 2018 diesbezüglich?

Trümper: Entsprechend der Komplexität des Themas gibt es im Rahmen der protekt vielfältige Vorträge. So wird das Spannungsfeld zwischen KRITIS und Cybercrime beleuchtet und ein Überblick über die aktuelle Bedrohungslage ermöglicht. Zudem gibt es einen Einblick, wie die Digitalisierung kritischer Infrastrukturen durch funktionierende IT-Sicherheit gemeistert werden kann. Für KRITIS-Betreiber ist es besonders die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben interessant. Dem widmen sich Vorträge zur Nachweiserbringung nach § 8a BSIG und zur Prüfung gemäß Stand der Technik nach IT-Sicherheitsgesetz Best-practice-Beispiele aus der Versicherungswirtschaft sowie dem medizinischen Klinikumfeld sind weitere Programmaspekte. Abgerundet werden die Vorträge durch eine Betrachtung der Gefahren und des Nutzens des Internets der Dinge mit Bezug auf das Darknet sowie einen Blick in die Zukunft bei der Anwendung kryptographischer Verfahren bei kritischen Infrastrukturen.

IT-S Redaktion: Neben dem Vortragstrack „IT-Security“ gibt es auf der protekt parallel einen weiteren zum Thema „Corporate Security“. Was muss man sich darunter vorstellen?

Trümper: Mit dem Themenblock „Corporate Security“ gehen wir auf den physischen Schutz von Unternehmen ein, der heutzutage nur im Zusammenhang mit IT zu betrachten ist. Das macht der Auftaktvortrag zur Vernetzung von Sicherheitssystemen in einer digitalen Welt deutlich. Weiterhin werden Anwendungsfälle aus den Bereichen der Einbruch- und Video-Technik, biometrischer Authentifizierung sowie Drohnen-Detektion und -Abwehr vorgestellt. Da Sicherheit verlässlich geplant werden muss, erwarten die Besucher der protekt Informationen zum Building Information Modeling genauso wie zu Robustheit und Resilienz als wichtige Ansätze für Sicherheitskonzepte. Aber auch die menschliche Psychologie erhält als sicherheitsrelevanter Aspekt ausreichend Raum. So wird auf die gezielte negative Beeinflussung von Mitarbeitern mittels Social Engineering genauso eingegangen wie auf gesteuerte digitale Desinformationsangriffe auf Unternehmen.

IT-S Redaktion: Zusätzlich zum Vortragsprogramm wird es eine begleitende Fachausstellung geben. Was erwartet die Konferenzteilnehmer dort?

Trümper: Aussteller der protekt präsentieren in der Fachausstellung ihre Produkte, Systeme sowie Dienstleistungen und schlagen so die Brücke von den fachlich versierten Vorträgen zur Anwendung. Auf diese erfahren die Konferenzteilnehmer auf der protekt alles über aktuelle Innovationen rund um den Schutz kritischer Infrastrukturen. Als Premium-Partner für die Fachausstellung konnten wir Panda Security, Siemens und Genetec gewinnen. Sicherheit lebt auch von Geschwindigkeit. Deshalb bieten wir mit der „Pitching Corner“ ein Format, in dem die Aussteller ihre Konzepte und Referenzen in drei Minuten den Teilnehmern präsentieren und den Mehrwert ihrer Leistungsfähigkeit vorstellen. Beim Get-together am ersten Veranstaltungsabend vernetzen sich verschiedene KRITIS-Akteure in entspannter Atmosphäre.

IT-S Redaktion: Als Veranstalter arbeiten Sie bei der protekt mit verschiedenen Partnern zusammen. Welche sind das?

Trümper: Wir freuen uns, dass wir mit der DATAKONTEXT GmbH einen renommierten Fachinformationsdienstleister als Veranstaltungspartner sowie den ASW Bundesverband und den Verband für Sicherheitstechnik als ideelle Träger an unserer Seite haben.

Foto: Ekkehard Trümper, Projektdirektor bei der Leipziger Messe